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Kriege zu besetzenden und zu befreienden Länder eine Centralverwal­tung , an deren' Spitze der Freiherr von Stein trat.

Jetzt bewahrheitete sich in Preußen das Wort des Dichters :Das Volk steht auf, der Sturm bricht los". Der König rief, und Alle, Alle kamen. Die Monarchie war ein einziges großes Heerlager, eine heilige, schwärmerische Begeisterung, eine feste, todesmuthige Opfcrfreudigkeit beseelte Aller Herzen. Der Landmann verließ den Pflug, der Hand­werker die Werkstatt, der Kaufmann das Geschäft, die Gerichtshöfe und die Regierungskollegien schmolzen zusammen, die Universitäten, die Gymnasien und die andern höhern Schulen lösten sich auf. Alles eilte zu den Waffen. Der Unterschied der Stände und des Alters schien vergessen zu sein, in den Reihen der Freiwilligen stand der Prinz neben dem Bauer, der Herr neben dem Knecht, der Lehrer neben dem Schü­ler, der Greis neben dem Jüngling. Der Familienvater trennte sich freudig von Weib und Kind; Vater und Mutter, Verwandte und Bräute waren stolz darauf, die Ihrigen als Streiter in den heiligen Krieg zu senden, ja mehr als eine deutsche Jungfrau wurde über die Sphäre ihres Geschlechts hinausgeführt und trat verkleidet als Mann unter die Schaaren der Kämpfer. Die Flammen der Begeisterung wuchsen von Tage zu Tage, sie stiegen auf zu einer Riesenlohe, die Europa durch­glühte von den Pyrenäen bis zum Ural. Immer von neuem klang der laute Ruf durchs Land: Das Vaterland ist in Gefahr und der Sän­ger mahnte: -

Frisch auf, mein Volk! die Flammenzeichen rauchen,

Hell aus dem Norden bricht der Freiheit Licht,

Du sollst den Stahl in Feindesherzen tauchen,

Frisch auf, mein Volk! die Flammenzeichen rauchen,

Die Saat ist reif, ihr Schnitter, zaudert nicht.

Nicht anders, als wenn von jedem Hügel Alarm geblasen, als wenn auf allen Straßen Generalmarsch geschlagen worden wäre, so zündete der Aufruf des Königs. Preußen stellte bei einer Bevölkerung von 4| Million bis zum Mai J813, also in kaum 4 Monaten, fast 300000 Mann ins Feld! Das war mehr, als je von irgend einem Volke gelei­stet worden ist, und es geschah nach dem Unheil von 1806, nach einer sechsjährigen Unterdrückung und systematischen Aussaugung, nach den