Indem ich der Aufforderung der verehrlichen Verlagshandlung gemäß hiermit eine neue Auflage der Lebensbeschreibung Jung-Still in gs in die Welt hinaussende, darf ich mich wohl der Hoffnung hingeben, daß das Interesse an dem Lebensbilde dieses Mannes nach dem Herzen Gottes, in welchem der lebendige Glaube au den Erlöser der unwandelbare Felsengrund war, auf dem sein ganzes Leben ruhte, noch nicht erloschen sei. Ist doch seine Lebensgeschichte die beredteste Predigt von nie veraltender Kraft, und zugleich eine thatsächliche Bekräftigung der Wahrheit: „Gesegnet ist der Mann, der sich auf den Herrn verläßt, und der Herr seine Zuversicht ist."
Zum Grunde liegt Stillings Selbstbiographie, und daß diese nur die lautere, unverfälschte Wahrheit enthält und ein treues Seelenbild ist, dafür leistet uns nicht blos sein grundredlicher, wahrheitsliebender Charakter, sondern auch das übereinstimmende Zeugniß seiner Freunde volle Bürgschaft. Hierfür berufe ich mich insbesondere auf Göthe (aus meinem Leben, Bd. 2) und auf Matthisson, welcher letztere (in seinen Briefen. Zürich 1795) unter Anderem sagt: „Weit entfernt, ein zu Helles Licht über das Gemälde zu verbreiten, hat er vielmehr Manches, und gerade immer dasjenige, was seinem Geiste und Herzen am meisten zur Ehre gereichte, in ein zweifelhaftes Helldunkel gestellt," desgleichen auf F. L. Stolberg, der von der Selbstbiographie singt: „Dem Büchlein bin ich gar hold, ist's doch so rein als lauter Gold."
Natürlich konnte hier aber, bei der nothwendigen Beschränkung des Raumes, nur der Hauptgang der Geschichte gezeichnet werden. Dies wird bei dem vorliegenden ziemlich reichen Material Manchem vielleicht ungleich leichter erscheinen, als es doch in der That ist. Bei unzählig vielen Lebensbeschreibungen

