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DortcheN in stiller Zurückgezogenheit gelebt, weil sie allein ihm völlig genügte und sein Umgang mit ihr ihm ein Glück, ein Ver- * gnügen gewährte, das alle anderen weit übertraf, so daß das Be- dürfniß nach andern Freuden der Welt gar nicht einmal bei ihm erwachen konnte: was war bei seiner ganzen Persönlichkeit wohl natürlicher, als daß er jetzt seinen äußeren Verkehr mit der Welt noch mehr beschränkte, und mit allen seinen Gedanken bei seiner Dort he im Himmel verweilte? Dabei ließ sich indeß nicht ver­kennen. daß seit Dortchens Tode sein religiöser Charakter in die ; höchste Spannung gerieth, daß derselbe ihn fortan zum völligen Einsiedler machte, und in sein ganzes Wesen einen unvertilgbaren Zug wehmüthiger Traurigkeit brachte, die nicht selten, wenigstens während der nächstfolgenden Jahre, an Finsterheit und Unfreund­lichkeit gränzte. Und diese Stimmung hatte in dem bald nach Dortchens Tode angeknüpften Umgänge mit einem zwar reichbe- gabten, aber einem einseitigen Pietismus ergebenen jungen Manne in der Nachbarschaft neue Nahrung erhalten.

Daß nun aber Wilhelms Stimmung und religiöse Richtung ^ auf die ganze Erziehung seines Knaben den entscheidendsten Einfluß ausübte, bedarf wohl keiner Erwähnung, zumal wenn man weiß, daß sein ganzes Streben darauf hinzielte, seinem Sohne die Grund­sätze einzupflanzen, die er selbst als wahr erkannt hatte. Man findet es demnach sehr erklärlich, daß der junge Heinrich mit seinem k, Vater in der einsamsten Zurückgezogenheit leben mußte. Selbst sein - Verkehr mit den Hausgenossen war seither ein immer beschränkterer geworden, und dem Umgänge mit andern Menschen war er so gut . wie gänzlich entzogen. Denn das elterliche Haus, oder eigentlich das kleine Zimmer, das er mit seinem Vater gemeinschaftlich be­wohnte, durfte er nie anders, als Nachmittags, und auch dann nur höchstens auf eine Stunde verlassen, welche ihm sein Vater zu einem |>* Spaziergange in einem bestimmten Bezirke, den der Vater vom k

Fenster ab übersehen konnte, gestattet hatte. Ueber diesen nicht eben - sehr geräumigen Bezirk durfte Heinrich aber auch nicht Einen k;

Schritt zu thun wagen; denn sein Vater wahr sehr scharf und be- *

strafte selbst die geringste Uebertretung seiner Gebote mit der uner-

bittlichsten Strenge. Das bewirkte denn bei dem jungen Heinrich ... eine, auch im kpätern Leben noch bemerkbare Schüchternheit, und hatte noch überdieß die unangenehme Folge, daß er aus Furcht vor : der Züchtigung seine Fehler zu verhehlen und zu verdecken suchte, .. und sich nach und nach zum Lügen verleiten ließ. Vater Wilhelm i .' verdoppelte nun zwar seine Strenge, sobald er den Knaben auf einer