=% 4) Rother Winter⸗Calvill.

Geſtalt: mittelgroß, hochrund, oft von ungleicher Höhe, mit wolliger, gefalteter Kelcheinſenkung.

Schale: fein, glatt und geſchmeidig, nicht fettig, grünlich­gelb, doch ringsum carmoiſinroth gefärbt, verwaſchen und verrieben, welches auf der Sonnenſeite oft ſehr dunkel wird..

Fleiſch: innerhalb des Kernhauſes weiß, außerhalb deſſelben mehr oder weniger roth gefärbt, fein, zart, mürbe, nur wenig ſaftig, von ſehr angenehmem ſtarken erds oder himbeerartigem Geſchmacke ohne eigentliche Säure, aber ſchwachem Geruch.

. Reife: Ende October bis Ende November, dauert aber nicht ange.

Mr Nutzung: im rechten Punkt der Reife ſehr feiner Tafel­pfel.

Der Baum wächſt nicht ſtark, wird bald, aber ſelten reichlich tragbar, ſcheint überhaupt zart und verlangt, wenn er gute Früchte bringen ſoll, gut gebauten, trockenen Boden, mildes Klima und ge­ſchützte Stellung.

Aus ſteller: Georg Seum zu Salzhauſen,

Lehrer Heck zu Selters.

5) Rother Herbſt⸗Strich⸗Apfel, auch Erdbeerapfel und Kohlapfel genannt.

Die Beſtimmung des unter dem Namen Erdbeerapfel und Kohl­Apfel hier ſehr häufig vorkommenden und geſchaͤtzten Apfels bot uns deßbalb beſondere Schwierigkeit, weil nach dem Werke von Jahn, Lucas und Oberdieck der Kohlapfel mit dem braunen Matapfel identiſch ſein ſoll, was bei unſerem Kohlapfel nicht der Fall iſt und weil wir nur in dem von Oberdieck dargeſtellten und beſchriebenen rothen Herbſt­ſtrichapfel, mit Verückſichtigung der von demſelben hervorgehobenen Abweichungen bei den uns zur Einſicht ſtehenden Beſchreibungen eine annähernde Aehnlichkeit zu finden vermochten, während wir ihn mit dem unter 2 erwähnten rothen Sommer- Calvill durchaus nicht identiſch finden konnten, was aber nach Oberdieck doch der Fall ſein ſoll.

Wir haben ihn einſtweilen unter obige Bezeichnung gebracht und müſſen es den bei einer künftigen Ausſtellung jedenfalls genauer were denden Beſchreibungen und den alsdann auch ſichereren Ermittelungen der Ausſtellungs/ Commiſſion vorbehalten, unſere Beſtimmung zu berichtigen.