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welches beſtändig bas Wort Wahrheit im Munde führte, erſchien ihm ſo hohl und ſo verlogen, wie kaum eine andere Secte in der Welt. Aus dem Namen Gottes, Jeſu Chriſti und des heiligen Geiſtes hatten ſie einen ſpeculatloen Leim zuſammengekocht, mit dem ſolche Vögel gefangen werden konnten, wie er einſtmals einer geweſen war. Aber jetzt klebte er für ihn nicht mehr. Er war zu verſtändig geworden, er hatte prüfen gelernt. Aber Prüfen iſt noch nicht Glauben. Auch in Rom pochte er an den Schulen der Philoſophen an, um ſeine Braut, die Wahrheit, zu ſuchen. Wohlfeil wollte er ſich nicht wieder verkaufen, er wollte mathematiſche Gewißheit haben. Dieſe aber fand er bei keiner Philoſophenſchule. Manchmal kam ihm der Gedanke bei, Wahrheit könne wohl überhaupt hier auf der Erde nicht gefunden werden. Sah er dann wiederum die herrliche Ausrüſtung des Menſchen an Verſtand und Tiefſinn, dann mußte er doch wieder fragen, wozu denn dieſe herrlichen Gefäße dienen ſollten, wenn nicht zur Auf­nahme der Wahrheit. Bei allem dem war ihm das mütter­liche Erbe im Herzen nicht ganz erloſchen. Der Name des Herrn ſtand wie ein Morgenſtern der Jugend in ſeiner Seele. Wenn ihn auch einmal Etwas recht anzog, wenn es auch recht gelehrt ausgefeilt und wahrhaft ſchien; es riß ihn doch nie ganz dahin, weil der goldene Name darin fehlte. Dieſer hatte auch den Manichäern bei ihm geholfen. Jetzt wünſchte er zuweilen, mit einem in der heiligen Schrift bewanderten Manne über Einzelnes zu ſprechen, und zu erfahren, was er davon dächte wie er wünſchte, ſo hörte Gott. Das Leben in Rom war dem Auguſtin zuwider. Er wollte ganz los von den Manichäern. Dazu drückte ihn die Unzuverläſſigkeit der römiſchen Studenten, deren wir oben ſchon gedacht haben. Wie gerufen kam ihn daher eine Anfrage des heidniſchen Stadthauptmannes von Mai­land, Symmachus. Dieſer ſuchte einen Lehrer der Bered­ſamkeit für ſeine Stadt. Auguſtin war ihm von den Mani­chäern empfohlen, mußte eine Prüfungsrede halten, ward als ſehr tüchtig befunden und angenommen. Er zog hin. Dort wohnte der Mann, welchen er ſuchte. Ambroſius war