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damals Biſchof in Mailand, Er iſt einer der Helden­charaktere der alten Kirche, denen wir nicht werth ſind die Schuhriemen aufzulöſen. Sein Vater war kaiſerlicher Stadthalter faſt über die ganze weſtliche Hälfte des römi­ſchen Reichs geweſen, aber frühe verſtorben. In ſeiner lieben Schweſter Marcellina war ihm das Chriſtenthum zuerſt lieblich entgegengetreten. Ambroſius war erſt Staats­mann. Sein chriſtlicher Herr und Kaiſer Valentin J. ſandte ihn als Statthalter mit den Worten nach Mailand:Gehe hin, und verwalte dein Amt nicht als Richter, ſondern als Biſchof. Als der Biſchof der Stadt geſtorben und Ambroſius als kaiſerlicher Statthalter zur Wahl des neuen mit in der Kirche war, rief eine Kinderſtimme:Ambro­ſius ſoll Biſchof ſein! Dieſer Ruf ward als Gottes Stimme angenommen. Trotz alles Sträubens mußte er das Amt übernehmen. Acht Tage nach der Wahl ward er erſt ge­tauft und ordinirt, und nun trat er ſein Amt an. Er hat es verwaltet mit gewaltiger Kraft. Seine Güter gehörten hinfort den Armen, nur ſeiner lieben Schweſter Marcellina behielt er eine Rente vor. Vor drei Kaiſern hat der Mann geſtanden, hat ihnen ihre Sünden ſcharf in's Angeſicht ge­rückt und fie zur Buße getrieben. In den gefährlichſten Zeiten war er Friedensvermittler. Als die Kaiſerin Juſtina den Arianern feine Kirche einräumen wollte dieſe Arianer waren übrigens, beiläufig geſagt, noch nicht ganz ſo bodenlos wie unſere Deutſchkatholiken und Lichtfreunde hat er ſich lieber von der Kaiſerin tagelang in der Kirche belagern laſſen, ehe er ja ſagte. Er hat nicht eingewilligt, und die Sache iſt auch unterblieben. Die Zeit wurde ihm dabei in der Kirche nicht lang. Chor und Gemeinde ſangen während der Belagerung ſchöne Wechſelgeſänge in der Kirche. Bei dem Allem forſchte er auf's fleißigſte in der Schrift. Er war oft ſo in ſie hineinverſunken, daß er es weder hörte noch ſah, wenn Freunde zu ihm eintraten. In der Seelſorge ging er auch den Aermſten in der Gemeinde nad). Dieſen Mann ſah Auguſtinus erſt auf der Kanzel. Er hörte ihn reden, achtete aber noch nicht auf den Chriſten ſondern nur auf den großen Redner. Aber das Evangelium ſchlich