Und er wird König sein, bevor er das Reich betritt. Muß ihn nicht sein Weg über Rom führen? Dort wird er sicherlich die Krone und den Segen em­pfangen; und möge dieser seiner Seele helfen, wie jene niemals seine Stirne berühren wird!"

. O wenn die Barone des Reichs so treu wären, als sie mächtig sind. so würde die Krone Manfreds niemals die Schläfe Carls schmücken: aber es leben hier zahllose Vcrrätber und sie scheinen mehr als anderswo in diesem Lande und unter diesem Himmel eine natürliche Pflanze zu sein. Niel sind der Feinde meines Vaters, die er aus dem Wege znm Thron über­wand und denen er verzieh: aber die Verzeihung heilt die Wunde des verletzten Stolzes nicht und nimmt den Haß nicht weg, denn Nichts in der Welt ist erniedri­gender, als Verzeihung vom Feinde; Du wirst also sehen, daß diese Leute beim ersten Schrei des Aufruhrs zur Fahne der Lilien übergehen und mit einer Wuth kämpfen werden, wie nur die Gewissensbisse des Ver- raths sie einsiößen können. Aber nicht sie allein werden sich als Feinde enthüllen: es gibt Menschen, denen das Glück Anderer ein Dorn im Auge ist; vom Neide ge­quält, sinnen sie immer auf Unheil, und wehe Dir, wenn Du es wagst, das Lächeln Deiner Freude vor ihren Blicken knndzuthun! sie fassen Dich ins Auge, sie verfolgen Dich und lassen nicht von Dir ab, bis Du durch vieljähriges Elend die Freude eines Augenblickes gebüßt hast. Das Weinen ist ihre Harmonie, das Geheul der Verzweiflung ihre Wonne, und ihr Herz jubelt nur beim Anblick des Verderbens. Und die Freunde? In der glücklichen Zeit sind ihrer viele, und ich will deßhalb die Menschen nicht anklagen, nein: die Natur hat in unser Herz eine Stimme gelegt, welche ruft: Sei allein glücklich. Ich fluche ihnen auch nicht wegen ihrer Mitleidslosigkeit, denn es ist schön, den Freund zu retten, aber wenn die Umstände