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Alaun. — Die Zahl der Einwohner wird von Sonnini auf nni . «fsr» Malte Brun und Leab auf 2 V 2
4, von Bruns auf 3 V 2 , von Malte Brun und Legh auf 2*/, Mill. angegeben; letztere Zahl dürste sich wohl der Wahrheit am meisten nähern, indem doch auf jede O.Meile bewohnten Landes deren 3086 kommen würden. Alle diese Angaben beruhen jedoch auf bloßen Schätzungen. An Wohnplätzen rechnet d'Anville 2,495, Volney 2300 Städte, Marktflecken und Dörfer, die sämmtlich auf Anhöhen und Hügeln gelagert sind- und besonders zur Zeit der ueberschwemmung mit ihren vielen Minarets und hohen Taubenhäusern einen überraschenden Anblick darbieten, übrigens aber mit den elendesten Hütten angefüllt sind und Schmutz und Dürftlgkeit zur Schau tragen. Die Taube wohnt in Aegypten um vieles besser als der Mensch. Die Bolksmasse besteht aus 2 Hauptnationen: Arabern, die sich auch hier in Hadhesis, Fellahs und Beduinen unterscheiden, und fast Yio der Bewohner ausmachen, und Kopten, den Nachkommen der alten Aegyptier, mithin das Stammvolk, aber jetzt vielleicht nur 8 / l0 der Nation, nach einigen nur 30,000 Familien. Zu diesen haben sich nach und nach gesellt: Osmanen, die mit den Arnauten nach Vertreibung der Mamelucken die Herren des Landes ausmachen, und durch dasselbe zur Bewachung der Städte und Beitreibung des Miri (Steuer) vertheilt, aber doch wenig zahlreich sind, Armenier, Griechen, Syrer, Mauren, Franken, Agazianen und Juden. Ausser diesen giebt es noch Neger, die aus dem innern Afrika als Sklaven hieher geschleppt werden, und unter den Völkern der Wüste die noch räthselhaften Ababdeh. Die Religion ist theils der Islam, wozu sich die Araber, Osmanen, Arnauten, Mauren und Ababdeh bekennen, theils das Christenthum, dem mit Ausnahme der Juden die übrigen Landesbewohner nach verschiedenen Ritus huldigen. Die Kopten sind Euty- chianer, deren Patriarch zu Kahira, von allen eutychianischen Christen, auch den Agazianen in Tigre, Anchara rc. als kirchliches Oberhaupt verehrt wird. Der Juden sind wenige. Künste und Wissenschaften kennt das heutige Aegypten, wo sie einst so hoch blüheten, nicht mehr; an jene Zeit, wo die Hellenen die ersten Keime ihrer Cultuw^in den Tempeln zu Memphis empfingen, erinnern nur zu lebhaft die Riesenwerke der Pyramiden und der Sphinxe; ihr goldnes Zeitalter feierten indeß die Wissenschaften unter der Dynastie der Ptolemäer, wo der Obelisk der Kleopatra der Erde entstieg; selbst noch unter den Fatimiten waren sie auf Aegyptens Boden einheimisch, und nur erst unter dem zerstörenden Hauche des osmanischen Despotismus flohen sie, um niemals wiederzukehren. Wenigstens liegt jetzt alles in der tiefsten Finsterniß begraben.

