Hiſtoriſche Einleitung. 11
Dietrich zu Metz, Chlodom ir zu Orleans, Chil— debert zu Paris und Chlotar zu Soiſſons reſidirten, in das Reich. Ueber 200 Jahre hindurch bietet nun die Fraͤnkiſche Geſchichte das traurige Bei— ſpiel von Bruderzwiſt, Entthronungen und Ermor— dungen dar, in welchen beſonders zwei Königinnen, Brunehilde und Fredegunde die ſchaͤndlichſte Rolle ſpielen. Fredegunde war ein Wunder von Kuͤhnheit, Geiſt und Verworfenheit; ſie gewann Schlachten in eigner Perſon. Brunehilde ward, nachdem ihr Heer durch Verraͤtherei geflohen war, 613 zu Orbe in der Schweiz, gefangen, und dem Sohne Fredegundens, Chlotar, ausgeliefert. Er ließ ſie 3 Tage hinter einander foltern, dann auf ein Kameel ſetzen, und zur Schau durch's Lager fuͤhren. Endlich ward ſie mit den Haaren, mit einem Fuße und einem Arme an den Schweif eines wilden Pfer— des gebunden, in Stuͤcken zerriſſen und zuletzt ver— brannt. Wenig Wiſſenswerthes bietet dieſer Zeitraum dar; doch muß man hier den Urſprinng des Feudal— weſens ſuchen, das ſo lange auf Frankreich laſtete, und woraus jene hundertkoͤpfige Hydra erwuchs, welche deſſen Kräfte verſchlang. Gegen das Ende dieſes Zeitz raums war das Anſehen der Könige faſt gänzlich geſunken, dieſe ſchwachen Herrſcher mußten durch un— ternehmende Haushediente und maͤchtige Czrundherren geſchuͤtzt werden. Der Majordomus(maire du palais, urſpruͤnglich Auſſeher über das Hoſgeſin de), war der oͤherſte jener hochſtrebenden Diener, welcher alle Gewalt an ſich riß, und anſtatt der unſächigen und traͤgen Fuͤrſten regierte; anſangs ward er gewaͤhlt,

