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Hiſtoriſche Einleitung. 27
trugen nicht wenig dazu bei, die Macht der Könige zu vergrößern, Schon wurden fie als die hoͤchſten Richter des Reichs betrachtet, und unter dem Vor— wande der Noth erlaubten fie ſich immer haͤufiger, Abgaben ohne Zuziehung der Staͤnde auszuſchreiben, welche ſie leicht beitreiben konnten, da eben dieſe Kriege die erſte Veranlaſſung zur Einrichtung ſtehender Heere gaben, welche von jeher die nothwendigen und kraͤftigen Stuͤtzen der Monarchen geweſen ſind. Bald fand ſich auch der Mann, der von den Umſtaͤnden beguͤnſtigt, die koͤnigl. Macht auf einen damals un: erhoͤrten Gipfel erhob. Der feige Ludwig XI. (1461- 83), der auch Meineid und Meuchelmord nicht ſcheute, um feine Abſichten durchzuſetzen, deſſen Hauptgrundſatz es war: ohne Verſtellung kein Re— giment“), verſtaͤrkte noch feine Macht durch 6000
Schweizer und Bergſchotten, die er in Sold nahm,
und vernichtete auf gleiche Weiſe die bisherigen Borz rechte des Adels und der Städte, Ludwig war zutraulich gegen die Buͤrger, um ſie auszuholen, ließ Vornehme und Prinzen enthaupten und in eiſerne Kaͤfige ſperren; er befoͤrderte die Betriebſamkeit, aber aus Habſucht, er wuͤnſchte den Wohlſtand ſeiner Un— terthanen, um deſto mehr Abgaben von ihnen zu ziehen; er führte zuerſt das Poſtweſen ein, um feine eherne Hand deſto weiter auszuſtrecken; er brachte Ordnung in die Verwaltung, weil Ordnung dem Deſpoten noͤthig iſt; er ließ 4000 feiner Unterthanen
hinrichten, beſpritzte oft die Kinder mit dem Blute
N„Qui ne sait dissimuler, ne sait regner.“

