Dep. der Seine, 145

Gerard u. a. m., die Bildhauerarbeiten von Carte­lier, Delaiſtre, Houdon, Julien und Pajou. Der große Garten hinter dem Pallaſte iſt reich mit neueren Bildſaͤulen geſchmuͤckt. In der Baumſchule ſind allein 1400 Sorten Weinſtoͤcke.

Das Palais Royal wurde vom Cardinal Richelieu erbaut und dem König Ludwig XIV. geſchenkt, der es dem Herzog Philipp von Orlet ans abgab, deſſen Urenkel es noch beſitzt. 3 Thore oͤffnen den Zugang; die Haupteinfahrt bildet den er ſten mit doppelter Wache beſetzten Hof; durch den Bogen des Pallaſtes des Herzogs gelangt man in den 2. Hof, und durch die hoͤlzernen Boutiken(galerie de bois) in den großen Garten. Auf 3 Seiten deſſelben laufen unter dem Pallaſt vergitterte Bogen: gaͤnge herum, hinter denen die Kaufladen und Kaffees haͤuſer ſich befinden, die beſonders des Abends bei Er­leuchtung den bezauberndſten Anblick gewaͤhren. Die Fuͤlle und Mannigfaltigkeit deſſen, was hier zum Kauf ausgeſtellt iſt, gewährt Fremden und Einheimi­ſchen die angenehmſte Unterhaltung; da es aber nun einmal zum Ton gehoͤrt, hier zu kaufen, ſo bezahlt man auch für Alles die hoͤchſten Preiſe. Uebrigens wechſeln auch hier die Scenen nach den Tagszeiten. Schon fruͤh, d. i. im Sommer um 8 Uhr, werden manche Laden geoͤffnet; die Obſthaͤndlerinnen ſtellen die reiche Fuͤlle ihrer koͤſtlichen Fruͤchte zierlich auf; die Kleinhaͤndler, Geldwechsler, Quackſalber und Poma diers breiten ihre Waaren auf Tiſchen aus, und die Aufwaͤrter in den Arkaden ſchaffen die ſchmutzigen Ue berreſte des vorigen Tages bei Seite. Schneider und

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