116 Frankreich. Schuhmacherladen zeichnen ſich beſonders durch die
große und ſchoͤngeordnete Zahl der Producte ihres
Kunſtfleißes aus; dort Hängen: Röcke, Weſten, Bein— kleider, in einander geknoͤpft über einander; hier ſchwimmen Stiefel und Schuhe in großen, mit Waſſer gefuͤllten Kryſtallvaſen, um ihre dem Waſſer unangreifbare Eigenſchaft zu bewahren; auch Huͤte und Muͤtzen in Kryſtalleimern zeigen ihre Waſſerdichtigkeit. Zahnärzte paradiren mit reihenweiſe und auf ſchwarzen Sammt gehefteten Zähnen aller Arten; Huͤhneraugenoperateure mit den von ihnen ausgezogenen Huͤhner— augen, die auf weißem Atlasgrund kunſtvoll und dra— perienartig ausgeſtellt find ꝛc. Nach 10 Uhr fuͤllen ſich die Cafes mit Einheimiſchen und Fremden; man lieſt, hoͤrt und verkuͤndigt die Tagsneuigkeiten. Einen kleinen Schrecken verurſacht manchem, an dem Spring: brunnen im Garten Spazierenden oder Sitzenden der kleine Boͤller, der auf einem ſaͤulenartigen Fußgeſtelle an der einen Seite des, die Mitte des Gartens AUS; fuͤllenden Blumenbeetes aufgerichtet iſt. Um 12 Uhr fällt der Strahl der Sonne auf ein über dem Zuͤndloch des Boͤllers angebrachtes Brennglas, und bezeich— net ſo durch das Abfeuern der kleinen Laͤrmkanone die Mittagsſonne. Die Zeit des Dins gegen 5 Uhr führt große Menſchenmaſſen ab und zu, da man bei den Reſtaurateurs um den hoͤchſten und niedrigſten Preis ſpeiſen kann. Mehr noch fuͤllen ſich die Raͤume nach der meiſt kurzen Mahlzeit, wo Jedermann, beſonders in der ſchoͤnen Rotonda(einem freundlichen, von allen Seiten offenen Pavillon) ſeine Demitaſſe und ſein Glaͤschen Liqueur, chasse-cafs genannt,

