Dep. der Seine, 117
einnimmt. Am lebhafteſten wird das Palais, wenn am Abend Alles erleuchtet iſt und die Schauſpiele geendet ſind. Dann draͤngen ſich Menſchen aller Staͤnde und Alter umher, und die vornehmern und mittlern Claſſen der Buhldirnen, von denen viele die obern Zimmer und Dachſtuben bewohnen, treiben dann ihr Unweſen. Um Mitternacht werden die Thuͤren der eiſernen Gitter geſchloſſen, welche gegen den Garten zu die Arkaden verbinden, und nun verliert ſich all maͤhlig das unruhige Umherwogen. In dem Pallaſt ſelbſt iſt eine Sammlung merkwuͤrdiger Gemaͤhlde, mei— ſtens uͤber die Geſchichte Frankreichs; dann auch ein ſehr geſchmackvolles Theater.
Der Juſtizpallaſt enthaͤlt die verſchiedenen Säle für den Caſſations-, den oberſten Rechnungs, und den Appellationshof, für die unterſte Inſtanz und die correetionellen Juſtizbehoͤrden. In der alten Kapelle iſt das Zimmer merkwuͤrdig, in dem ſich Marie Antoinette zum Tode vorbereitete.
Der ſchoͤne Muͤnzpallaſt hat 3 Abtheilungen. Der Hauptbau hat einen Vorhof, mit 24 Doriſchen Saͤulen verziert.
Der durch die Gefangenſchaft des Koͤnigs Ludwigs XVI. merkwuͤrdig gewordene Tempel, einſt der Sitz der Tempelherren, iſt von Ludwig XVIII. an Madame Louiſe von Conds zur Stiftung et; nes Kloſters von Benedictinernonnen geſchenkt wor— den; der Saal, in dem Ludwigs XVI. Familie gefangen ſaß, iſt jetzt ein Betſaal.
Die neue Boͤrſe iſt in großartigem Styl nach Brogniarts Zeichnung ſeit 1808 erbaut, und im Nov.
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