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Mittlere Geſchichte. 9
deßhalb den Freiherrn v. Herberſtein als Geſandten an den Zar. Auch der Papſt Clemens VII. ſuchte den Ruſſ. Großfuͤrſten fuͤr die kathol. Kirche zu ges winnen, und trug ihm den koͤnigl. Titel an; allein Polen ging auf den Hauptplan nicht ein. In Hinſicht der Befoͤrderung der Civiliſation des halb wilden Volkes übertraf Swan Waſiljewitſch II. alle feine Vorgaͤnger. Deutſche Hand werker, Kuͤnſtler und Gelehrte gingen über Lubeck nach Rußland, Buchdruckereien wurden angelegt, Geſetze gegeben und der Handel durch einen Vertrag 1553 mit Eliſabeth von England, indem die Englaͤnder den Seeweg nach Archangel gefunden hatten, zuerſt gegründet. Iwan errichtete ein ſtehendes Heer, die Strjelzi oder Strelitzen(Schuͤtzen), eroberte 1552 Kaſan, bemaͤchtigte ſich 1554 des Koͤnigreichs Aſtrachan und der Segen: den am Kaukaſus und faßte den Entſchluß, die Ritter aus Liefland zu verdraͤngen; daher griff er ſie 1558 an und erklaͤrte 1569, da es ihm nicht gelingen wollte, den Prinzen Magnus von Danemark unter ſeiner Schutzhoheit zum Koͤnige von Liefland. Seine Hoffnung wurde aber nicht erfuͤllt, vielmehr vereinigten ſich Polen, Schweden und Daͤnen gegen ihn. In dieſer Noth, wozu noch eine Verſchwoͤrung im Innern des Reichs kam, wendete ſich Iwan an den Kaiſer Rudolf II. und an den Papſt Gregor XIII. Letzterer ſchickte einen Nuntius, Poſſevin, nach Rußland, welcher zwiſchen Iwan II. und Stephan Bathor, dem Könige von Polen 1582 den Frieden zu Zapolia vermittelte. Rußland trat darin ſein Recht auf Liefland an Polen ab. Am Ende von

