Neuere Geſchichte. 13

beſtieg, verſuchten es zwar die Großen, die hoͤchſte Gewalt zu beſchraͤnken; doch dieſer Verſuch endigte mit ihrem Sturze und mit der Bildung eines Ruſſ Cabinets von Fremden. Muͤnnich und Oſtermann, in Peters Schule gebildet, griffen nun von Neuem in die auswaͤrtige Politik ein; ſelbſt Annens Guͤnſt­ling, der maͤchtige Biron, glaubte dadurch ſeine eigne Macht zu vermehren. Kurlands Stande ſahen es daher, damit nicht Kurland nach dem Ausſterben des Kettler'ſchen Herzogſtammes als Polniſches Lehen mit Polen vereinigt werde, nicht ungern, daß Her­zog Ernſt v. Biron unter Ruſſ Einfluſſe 1737 das Land erhielt. Als darauf nach Auguſts II. v. Polen Tode 1733 der ſchon früher gewählte Stanislaus Leſezinski, Schwiegervater Ludwigs XV., auf den Polniſchen Thron erhoben ward, erklärten ſich die Ruſſen fuͤr Auguſt III. v. Sachſen, weil er, unge achtet feiner Anſpruͤche auf Kurland durch die ſtaͤn­diſche Wahl des Grafen Moritz v. Sachſen, Kurland, als Polniſches Lehen, dem Herzog Biron zuſicherte. Ein Ruſſ. Heer eroberte Danzig; Stanislaus entfloh, und Auguſt III. beſtieg den Polniſchen Thron. So hatte ſich Rußland ſeinen Einfluß auf dieſes Reich geſichert. Darauf begann der Tuͤrkenkrieg unter Muͤnnich, dem Nordiſchen Eugen. Aſow und Oczakow wurden ſtuͤrmend erobert; der Sieg bei Stawutſchana, 1739, gab Choczim und die Moldau in Ruſſ. Gewalt. Aber dieſe Vortheile gingen durch die unglücklichen Feldzuͤge der Oeſtreicher und den Belgrader Frieden, 1739, verloren. Doch war Ruß­lands Ueberlegenheit entſchieden, ſeine Heerweſen mehr