38
Curs ſüdlich genommen, um hinter den Inſeln des grünen Vorgebirges längs der Küſte von Afrika hinzuſteuern. Wind und Welle erwieſen ſich gleich günſtig. Ein raſcher Nord— Oſtwind hatte während der ganzen Dauer dieſer Reife ans gehalten und nach einer Fahrt von ſieben Wochen ſah ſich das Schiff dem erſten Ziele ſeiner Fahrt, dem Cap For— moſo an der Küſte von Afrika, gegenüber. Hier ſollte eine Ladung von Elfenbein, feinen Hölzern und an— dern koſtbaren Produkten des Landes eingenommen werden. Zu dieſem Behufe ſollte Gottfried als Agent ſeines Onkels mehrere kleine Ausflüge in das Innere von Afrika vorneh— men. Ein reiches Feld des Wiſſens und der reinſten Ge— nüſſe im Anblicke der üppigen tropiſchen Natur ſchloß ſich dem entzückten Jüngling auf.
Der Nordoſtwind hinderte das Schiff, dem er bisher {jo förderlich war, am Nahen zu der Rhede. Selbſt die hef⸗— tige Strömung verrückte den Kiel und ſo geſchah es, daß die Geduld unſerer Freunde erſt hier auf eine ſehr harte Probe geſtellt wurde.
Endlich nach einem zweitägigen Hinz und Herkreuzen an der afrifaniſchen Küſte gelang es, auf der Rhede vor Anker zu gehen. Es lagen hier ſchon mehrere europäiſche Schiffe und der Platz war deshalb ſehr belebt. Die Küſte bot nichts Sonderliches dar. Lange, ſchräg gegen die See ablaufende, Sandhügel mit ſehr dürftigem Pflanzenwuchs, aus dem hie und da der Gipfel einer ſchlanken Cocospalme empor ſchoß, bildeten ein ſehr einförmiges Panorama. Auf dem ſchmutzig gelben Seegewäſſer ſchoſſen die Canots der Neger und der ſchwarzen Kaufleute umher, während die europäiſchen Schiffe nur von halbſchlafenden Wachen beſetzt, träge auf dem athmenden Buſen der glatten Grundwellen ſich wiegten. Die Hitze war afrikaniſch, das heißt ſo drückend und heftig, daß ſich unſerer Freunde eine unwillkührliche Erſchlaffung bemächtigte.

