Sechſtes Kapitel.

Das Meer in den Tropen. Der naſchhafte Neger. Feſtlichkeit bein Ueberſchreiten der Linie. Brandung im Fahrwaſſer. Die Strom wegungen des Oceans. Der Kraken Die Sirenen.

Jemehr ſich das Schiff eilenden Laufes dem Aequator oder Erdgleicher nahete, um ſo erhabener und herrlicher wur den die Eindrücke, welche die Reiſenden von der Macht und dem Frieden der Elemente erhielten, um ſo eindringlicher und ernſter die Mahnungen an jenes große Weſen, das uns in den Werfen ſeiner Schöpfung einen Spiegel gab, um da rin einen Blick in feine Größe und Majeſtät zu werfen. Glänzend taucht in dieſer Gegend der offenbaren See am Morgen die Sonne aus den Fluthen auf und vergoldet die, den Horizont umlagernden Wolken, welche bald hierauf in großartigen und manigfaltigen Gruppen dem Zuſchauer mans cherlei wunderſame Gebilde der Phantaſie vorzuführen ſchei­nen. Bald ſieht er ganze Ketten großartiger Gletſcher und Schneegebirge, bald weite Flächen, Seen oder Meere von dieſen Wolkenſchichten gebildet. Allmählich rückt das Ge ſtirn des Tages an dem ätheriſch blauen Himmel aufwärts; die feuchten grauen Nebel fallen nieder; das Meer ruht, oder ſteigt und fällt ſanft mit ſpiegelglatter Oberfläche in einem regelmäßigen Pulsſchlag. Mittags erhebt ſich gewöhn­lich eine fahle, blaßſchimmernde Wolke, der Herold eines plötz­lich hereinbrechenden Gewitters, das mit einem male die ruhige Scene unterbricht. Donner und Blitz ſcheinen den Planeten ſpalten zu wollen, doch bald hebt ein ſchwerer, ſalzig ſchmeckender Platzregen, unter braußenden Wirbelwin den herabſtürzend, das Toben der Elemente und mehrere