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„Sie müſſen hier bekannt fein, mein Herr,“ ſprach der neue Verwalter theilnehmend.„Treten Sie doch gefälligſt ein. Hernandez und Freudenbergs Freunde ſind jederzeit auf der Plantage willkommen.“
Gottfried verneigte ſich dankend; er konnte ſich kaum faſſen; die Nachrichten, welche alle ſeine Hoffnungen vereitelten, erregten in ihm ein Gefühl der bitterſten Wehmuth.
„Verzeihen Sie, mein Herr, daß ich Sie ſtörte. Ich verlebte früher hier einige Tage, welche ich zu den glücklichſten meines Lebens zähle und es betrübt mich tief, diejenigen nicht mehr zu finden, welche ich hier anzutreffen hoffte. Ich verlaſſe Sie, um einen theuren Freund aufzu— ſuchen, den der Himmel beſchützt haben wird und von dem ich gewiß weiß, daß er ſeine Heerde nicht verlaſſen hat.“
Der Verwalter ſah Gottfried ſtaunend an.»Wünſchen Sie vielleicht den Miſſionär zu finden?«
Ja, Ihn will ich jetzt aufſuchen,“ erwiederte Gottfried; binnen wenigen Augenblicken werde ich zurückkehren.“
Mein lieber Herr, der Himmel ſcheint Ihnen jeden Ihrer Wünſche zu verſagen;“ antwortete der Verwalter theilnehmend.
„Wie, ſollte auch Er zurückgekehrt ſein?«
Er iſt heimgegangen, dahin, wohin wir Ihm nachzufolgen hoffen. Er ſtarb am gelben Fieber.«
Gottfried erblaßte. Eine tiefe Wehmuth ergriff ihn. Thränen traten ihm in die Augen— Thränen, dem Andenken des beſten Menſchen gewidmet.
„Ich weiß Ihre Gefühle zu ſchätzen, mein Herr; er; wiederte der Verwalter mild und alle Bewohner der Plantage theilten Ihren Schmerz um den Verlornen. Folgen Sie mir, um ſelbſt zu ſehen, wohin die Liebe feiner ſchwarzen Freunde ihren väterlichen Lehrer gebettet und wie ſie ſich täglich bemüht, fein Gedächtniß noch im Tode zu ehren.“ 23*

