welche Mühe hat man doch hienieden ein rechtſchaffener Mann zu bleiben! unſere Nächſten und Liebſten ſind die erſten die uns in Verſuchung führen!
— Aber, Unglücklicher, es fehlt dir an allem; du haſt kein ordentliches Paar ſeidene Strümpfe mehr anzuziehen, und während ich deine Hemden auf einer Seite flicke, gehen ſie auf der andern in Fetzen.
— Und weil meine Hemden auf der einen Seite in Fetzen gehen, während du ſie auf der andern flickſt, ſoll ich die Redlichkeit hintanſetzen, nicht wahr, theure Schweſter?.
— Aber wann wirſt du deine Gläubiger zahlen?
— Wann ich Geld habe, einfach; ich verbiete dem Reichſten mehr zu thun.
— Und der Leinwandhändler, was ſoll ich dem ſagen?
— Sag ihm was du willſt; ſag ihm daß ich keine Hemden trage, oder daß ich dreihundert Dutzend in meinen Schränken habe; ſo kann er denjenigen der beiden Gründe wählen welcher ihm am meiſten
zuſagt.
— Geh, mein armer Benjamin, ſagte meine Großmutter indem ſie ihre Leinwand forttrug, du wirſt trotz all deines Verſtandes deiner Lebtag ein Dummkopf
bleiben.

