Dreizehntes Kapitel.

Wie mein Onkel die Nacht im Gebet für die glückliche Niederkunft ſeiner Schweſter zubringt.

Meine Zeit iſt koſtbar, lieber Leſer, und ich denke daß es die deinige nicht minder iſt; ich will mich deß­halb nicht mit Beſchreibung dieſes denkwürdigen Mahles aufhalten; du kennſt die Verſammelten hinlänglich um dir einen Begriff von der Art und Weiſe ihres Speiſens zu machen. Mein Onkel verließ um Mitternacht den Kronprinzen, indem er drei Schritte vorwärts und zwei rückwärts machte, wie gewiſſe Pilgrime von anno damals welche gelobten in dieſer Gangart nach Jeru­ſalem zu wallen. Beim Heimgehen bemerkte er Licht in Beißkurzens Stube, und in der Vorausſetzung daß dieſer eine Vorladung kritzle, trat er ein mit der Abſicht ihm guten Abend zu ſagen. Meine Großmutter lag eben in Geburtswehen, und die Hebamme, ganz erſchrocken über das Erſcheinen meines Onkels den man in ſolcher