Ich untersuchte bloss darum den Inhalt, um der Besitzerinn desselben auf die Spur zu kommen, und fand Ihren verehelichen Namen in das Tuch gestickt, welches er, nebst einem Schlüssel und dem prächtigen Ringe da, enthielt. Hier bringe ich Alles, und empfehle mich unterthanig.

Hocherglühend erwiederte Julie Ja, Sie empfehlen sich nicht unterthanig, sondern als ein ehrlicher, braver Mann, der mich verpflichtet hat. Darauf führte sie das Gespräch auf Mil- dings Beruf und Amt, auf seine Dienstzeit und Lage, auf Weib und Kind, und als er dieses Nebelstück, wie wir es vorhin schilderten, i» Ein­falt und Treuherzigkeit vor ihr aufstellte, da glänzten Juliens herrliche Augen mit den Juwelen des werthen Ringes um die Wette. Armer guter frommer Mann und Vater! sagte sie mit eines Engels Freudigkeit, vielleicht gelingt es mir einige Blumen in den Dorncnkranz dieses Hauptes z» flechten, das unter Wunden, aber mit Ehren ergraut ist.

Diese Güte stammelte Milding, diese Thrä­nen himmlische Seele! Ach das muß ich der Mutter und meinem Clarchcn erzählen, die ein Engel, wie Sie, ist.

Der Vater kam mit leuchtendem Angesicht und nassen Augen in sein Stäbchen zurück. Johanne