Die Grausamen lachten seiner Noth und wieder» höhlten ihm, waö sie ihm bereits gestern vorge« werfen hatten. Da er aber immer mehr weinte, sagte der Aeltere: „Wenn du dir ein Auge auö» stechen und ein Bein brechen lässest, so wolle» wir dir ein Stück von unserm Brote geben."
Da jammerte Ferko noch mehr, und litt feine Qual, bis die Sonne zu höchst am Himmel stand. Wie es aber Mittag war, da konnte er es nicht mehr erwägen, er reichte sein linkes Aug hin, und ließ es blenden; und reichte sein linkes Bein dar, und ließ es brechen. Nun gaben ihm die Beyden ein Stückchen Brot. Dieß war aber so klein und dünne, daß es der Arme gar schnell verzehrte, und auch noch ein zweytes verlangte. Jene lachte» ihn aus, und schölten ihn, wie zu» vor. Er aber weinte bitterlich, denn er fürchtete Hungers zu sterben.
Indessen hielt er mit großer Noth noch bi- jum Abend aus. Wie aber die Sonne gesunken war, da überwältigte ihn der Hunger mit solcher Macht, daß er nichts mehr dagegen vermochte.
Da begann nun der mittlere Bruder: „Auch noch ei» zweytes Stück Brot soll dir gewahrt seyn, gibst du uns dafür dein rechtes Auge und dein rechtes Bein." Ferko aber zerfloß in Thränen , und reichte ihnen beydeS nach ihrem Willen.

