tsrung war vorüber, die Besinnung kehrte zurück, aber damit auch das ganze Gefühl ihres Unglückes.
„Sey ruhig, liebes Weib," sagte endlich Tzernikow mit gefaßtem Muthe, „sey ganz ruhig. Es wird wahrscheinlich ein bloßer Irrthum seyn. Ich habe ja nichts verbrochen, bin so unschuldig, wie'die Sonne am Himmel. Unsere Kaiserin ist gerecht und wird Niemanden uugehbrt verurtheilen. Meine Unschuld wird anerkannt werden und ich kehre gewiß frey und ungehindert in meine Wohnung zurück." —
Er wollte Abschied nehmen von seiner Fran und Tochter und der Wache folgen; aber da entstand ein schöner Kamps der Liebe und Treue. Seine Gattin wollte ihn durchaus nicht verlassen und ihm inö Gefängniß folgen. Er suchte sie durch Bitten und Vorstellungen davon abzubringen — aber »ergebene; er mußte endlich ihren dringenden Bitten nachgebe». Auch N a h n d a klammerte sich fest an ihren Vater; er nahm sie auf seinen Arm und da ging der redliche schuldlose Mann hin mit Frau und Kind ins Gefängniß. Alle Nachbarn und Freuude, die diesen traurigen Auftritt sahen, blickten ihnen mit thränenden Augen »ach, und ersiehetcn ihnen mit einem Seufzer Hilfe und Beistand von oben herab.
Lange sannen die beyden Ehelente im Gefängnisse hin und her, um sich die Frage» zu lösen:

