Jeht wäre es wohl Zeit, lieben Kinder, daß wir uns einmal in den Europäischen Wäldern umsähen, und sie in Gedanken durchwan­derten, um allerlei Bäume kennen zu lernen, die unser Himmelsstrich nickt hervorbringt. Was meint Ihr dazu? Alle Kinder waren mit diesem Vorschlage sehr zufrieden, und der Vater versprach, ste an den nächsten Abenden in die Wälder Europa'« zu führen, die er zum Theil aus eigener Ansicht kannte, denn er häkle weile Reisen gemacht.

Die Wälder in Europa.

Ich führe Euch, so begann Vater Frohmuth seine Erzählung, zuerst nach dem äußersten Ende Europa'« gegen Westen, nach Portugal. Ihr wißt schon, daß wir in diesem Lande und in dem benachbarten Spanien unsern schöne» Eichbaum, oder wenigstens einen nahen Ver­wandten von ihm finden, und daß man sich in Porrugal und Spanien nicht scheuen darf, Eicheln zu essen, weil sie dort von besserer Art, ka- sianienarkig, und also zu gut für das grunzende Thier sind, welches bei uns in die Eichelmast geschickt wird. Aber auch schöne Kastanienwäld« chen finden wir hier, und zwar nicht unsere Roßkastanie, die uns nicht schmecken würde, sondern die echte eßbare, die auch bei uns zu haben ist, aber rheuer verkauft wird. Dorr wird sie so häufig, wie bei uns die Kartoffel, gegessen. Auch die Olive oder der Oelbaum gehört in Portugal zu den Waldbäumen, weil er ohne Pflege wächst: aber man pflegt ihn, und zieht ihn in Gärten auf, weil dann seine Früchte viel schöner und größer werden. Aus seiner länglichrunden Frucht wird das treffliche Oel gepreßt, ivelches bei uns unter dem Namen Baumöl be­kannt ist. Die Bewohner der Portugiesischen Wälder sind zum Theil sehr gefährliche Gäste, denn in den nördlichen Gegenden finden sich Wölfe und giftige Vipern. Das niedliche Kaninchen und das wohl­schmeckende Rephuhn kommt dort häufig vor.

In Spanien treffen wir einen Baum, dessen Zweige den Hirsch­kolben sehr ähnlich find, nemlich rauhhaarig, wie die jungen Geweihe