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42 . König Friedrich und fein Nachbar.
Der König von Preußen hatte 8 Stunden von Berlin freilich ein schönes Lustschloß, und war gerne darin, wenn nur nicht ganz nahe daneben die unruhige Mühle gewesen wäre. Denn erstlich stehen ein königliches Schloß und eine Mühle nicht gut neben einander, obgleich das Weißbrod in dem Schloß auch nicht übel schmeckt, wenn's die Mühle fein gemahlen und der Ofen wohl gebacken hat. Außerdem aber, wenn der König in seinen besten Gedanken war und nicht an den Nachbar dachte, auf einmal ließ der Müller das Wasser in die Räder schießen, und dachte auch nicht an den Herrn Nachbar, und die Gedanken des Königs stellten das Räderwerk der Mühle nicht, aber manchmal das Klapperwerk der Räder die Gedanken des Königs. Der geneigte Leser sagt: „Ein König hat Geld wie Laub, warum kauft er dem Nachbar die Mühle nicht ab, und läßt sie niederreißen?" Der König wußte, warum. Denn eines Tages ließ er den Müller zu sich rufen. „Ihr begreift," sagte er zu ihm, „daß wir zwei nicht neben einander bestehen können. Einer muß weichen. Was gebt ihr mir für mein Schlößlein? — Der Müller sagte: „Wie hoch haltet ihr es, königlicher Herr Nachbar?" — Der König erwiederte ihm: „Wunderlicher Mensch, so viel Geld habt ihr nicht, daß ihr mir mein Schloß abkaufen könnt. Wie hoch haltet ihr euere Mühle?« — Der Müller erwiederte: »Gnädigster Herr, so habt auch ihr nicht so viel Geld, daß ihr mir meine Mühle abkaufen könnt. Sie ist mir nicht feil." Der König that zwar ein Gebot, auch das zweite und dritte, aber der Nachbar blieb bei seiner Rede. „Sie ist mir nicht seil. Wie ich darin geboren bin," sagte er, „so will ich darin sterben, und wie

