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46 . Seltene Liebe.
Mit dem Leichnam eines jungen Mannes im Schweizerland, der erschlagen wurde in einem Gefecht nicht weit vom Bierwaldstättcr See, mit dem Leichnam ging es wunderbar zu. Daß er nach dem Gefecht war begraben worden nächst der Wahlstatt, wußten mehr als zwanzig Männer aus dem nämlichen Ort, die es thaten und dabei waren, und ein Kreuz, wie mau in der Geschwindigkeit eines machen kann, auf sein Grab steckten, daß, wer vorüber ginge, auch ein Vaterunser für seine Seele beten sollte. Item, am Dienstag darauf, als der Sigrist frühe Morgens in die Kirche gehen und das Morgengebet anläuten wollte, lag der nämliche Leichnam daheim auf dem Kirchhof, vor der Kirchthüre. Man begrub ihn noch einmal mit allen Gebräuchen und Gebeten der Kirche in die geweihte Erde. Item, als es noch einmal Dienstag wurde, war der nämliche Leichnam wieder aus dem Grab und von dem Kirchhof weg verschwunden. Sonst thut der Glaube Wunder. Diesmal aber that's des Glaubens fromme Schwester: die Liebe. Er war als Freiwilliger mitgezogen, weil ihm die Gemeinde auf den Fall das Bürgerrecht angeboten hatte. Denn er war nur Hintcrsaß, und seiner Arbeit ein Maurer, was zwar nicht zur Sache, aber zur Wahrheit gehört. Seine junge Frau aber ängstigte sich daheim, und weinte und betete, und jeder Schuß, den sie hörte, ging ihr schauderhaft durch daö Herz, denn sie fürchtete, er gehe durch das seinige. Einer ging da durch, und als die andern am dritten oder vierten Tag wohlbehalten nach Hause kamen, brachten sie ihr das blutige Gewand ihres Mannes,

