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wciin ihn nicht eine feindliche Kugel in Algerien treffe!" Wohlgcmnth nahm er Abschied von der französischen Küste, auf der er geboren war.

Algerien ist das von den Franzosen im Jahr 1830 eroberte Land auf der Nordküste von Afrika, das östlich an Tunis, westlich

an Marokko, nördlich an das mittelländische Meer und südlich an die große afrikanische Sandwüste, die Sahara, grenzt. Es ist

außer den eingcwandcrtcn Franzosen, Deutschen, Spaniern, Italienern und Juden, von Arabern, Kabylen, Mauren und Türken, sämmtlich muhamedanischcr Religion, bewohnt. Seine Bevölkerung belauft sich im angebauten Lande auf drei Millionen Seelen. Es ist ein theilweise sehr fruchtbares , theilwcise auch von Sand- und Steinwüsten durchzogenes Land mit heißem, stellenweise ungesundem Klima,

die Heimath der Datteln-, Palmen- und Cedernwälder, der gefährlichsten reißenden Thiere und vieler nomadisirenden, d. h. hernm-

wandernden und kriegerischen Völkerstämme.

Ein Jahr lang lebte Jean Dormil in der Hauptstadt Algeriens in dem am Mittclmcere gelegenen Algier; dieses wurde 935 von Jussuf Zeiri gegründet, liegt am Abhang eines Berges, auf dessen Spitze die Kassaubah, das von Kaiser Karl dem Fünften erbaute Kaiserschloß, ehemals die Residenz des Dci von Algier, thront. Sie hat 104,000 Einwohner, von denen 70,000 Europäer sind, 60 Moscheen, drei katholische Kirchen, eine protestantische, ein Kloster der barmherzigen Schwestern, ein Gymnasium, eine Bibliothek, 60 Bäder und zahllose Bazare, lauter Werke europäischer und französischer Bildung.

Ein Jahr nachher wurde Jean Dormil nach der Festung Oran versetzt.

Dort wohnte ein reicher Maure, der auf der Oase Wad Nir, 60 Meilen von Algier in der Wüste gelegen, ausgedehnte

Besitzungen hatte. Diesen Mauren lernte Jean Dormil kennen und dieser gewann ihn so lieb, daß er ihn oft in sein Haus einlud,

wo sonst nur Offiziere höheren Rangs zusammenkamen. Jean Dormil aber hatte es vorerst nur zum Sergeanten gebracht.

Eines Tages im Sommer, als Jean Dormil wieder mit einigen Andern in des reichen Mauren Haus geladen war, theilte dieser seinen Freunden mit, daß er für die nächste Woche eine große Löwenjagd auf den weiten Flächen seiner Besitzungen bei der Oase Wad Nir veranstalten werde und lud die Anwesenden alle dazu ein.Auf einen Löwen," sagte der Maure,sei es bei dieser Jagd besonders abgesehen, der schon seit drei Jahren große Verheerungen anrichte und bis jetzt von Niemanden habe gctödtct werden

können. Dem, der diesen Löwen erlege, versprach er eine große Summe.

Jean Dormil vertraute auf seine große Gewandtheit als Reiter und erbot sich ohne Bedenken dazu, den ausgesetzten Preis zu gewinnen. Der Maure nahm das Anerbieten an. Zwei anwesende französische Offiziere lächelten über diese Kühnheit ihres Sergeanten.

Wenn Sie glauben, ich habe zu viel gewagt," sagte Jean Dormil,so bieten Sie mir eine Wette an."

Topp! Ich wette 2000 Franks, daß Sie den Löwen nicht erlegen!" sagte der eine dieser Offiziere.