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Ich wette 2000 dagegen mit Ihnen, wenn Sie wollen!" rief der Maure dcni zweiten Offiziere zu. Die Doppelwettc wurde fest abgeschlossen.

Jean Dormil erbat sich Urlaub, den er auch erhielt. Denn sein Oberst selbst interessirte sich sehr für diese Wette, da längst alle Welt von diesem gcfürchteten Löwen redete, und eine Löwcnjagd stets viel Interessantes darbietet.

Denn der Löwe, der König der Thiere genannt, der in Afrika und dem wärmeren Asien lebt, ist das mächtigste, kühnste und furchtbarste unter allen Geschöpfen, 8 bis 9 Fuß lang, 4 bis 5 Fuß hoch, mit großem Kopfe, plattem Gesichte, großen, feurigen Augen, furchtbarem Rachen und ungemein starken Gliedern und Brustmuskeln, mit einem vier Fuß langen, am Ende in einen Haarbüschel auslaufenden Schweife und einer zottigen Halsmähne, die er im Zorne sträubt und schüttelt. Er hat ein majestätisches Ansehen und einen langsamen Gang. Sein Gebrüll ist so furchtbar und durchdringend, daß die Erde davon bebt und alle Thiere, die in der Nähe sind, in Schrecken versetzt und oft vor Todesangst unfähig zur Flucht werden. Er jagt auch nur nach größer» Thieren, geht des 'Nachts auf den Raub aus, lauert in einem Hinterhalte, springt plötzlich hervor, ergreift und zerreißt sie. Nur dem Elephanten, dem Nashorn, dem Nilpferd und dem Tiger ist er nicht immer gewachsen. Den Menschen füllt er nur in der Hungersnoth an. Uebrigens ist der Löwe zugleich seinem Charakter nach ein biederes, ehrliches, dankbares Thier und man erzählt sich von ihm viele Beispiele von Mäßigung, Großmuth, Treue und Dankbarkeit. Die Löwin hat eine unbeschreibliche Liebe zu ihren Jungen, und hat sich z. B. einmal gegen einen Matrosen sehr dankbar bewiesen, der einen Baum umhieb, auf dem ein Orangutang saß, der ihr ihre zwei Jungen geraubt hatte. Längst bekannt ist ferner die Geschichte des Androclus aus alter Zeit, die eure Lehrer euch erzählen können, sowie die Geschichte von dem Löwen und dem Pudelhündchcn, dem ein Löwe im Pariser Museum großmüthig das Leben schenkte, es in seinem Käficht behielt, mit viel Liebe behandelte und, nachdem es gestorben war, tief betrauerte. Auch in Florenz, wo ein Löwe aus dem Zwinger ausgebrochcn war, hat man erlebt, daß er einem Kinde, das er eben auf einem freien menschenleeren Platze erfassen wollte, nichts zu Leide that, als die verzweifelnde Mutter herbeisprang und es seinen Zähnen entriß, und selbst die kühne Mutter schonte. Jung gefangene Löwen lassen sich zähmen und zur Jagd und zum Ziehen abrichten. Die Römer spannten sie in alter Zeit vor ihre Triumphwägen; die griechischen Helden trugen die Löwenhaut als Mantel.

Aber Löwe bleibt doch immer Löwe. Seine Lieblingsspeise sind Kameel- und Affenfleisch. Deßwegen jagen ihm die Afrikaner nach sammt seinen Jungen, und erlegen ihn entweder mit ihren Waffen, oder fangen ihn in Gruben mit List, indem sie ein Lamm oder eine Ziege in die Grube stellen und sie dann mit Gestrüpp und Schilf zudecken, damit er, dem Raube nachgehend, hineinstürzen soll. Denn, wenn er einmal gefangen ist, wird er muthlos und läßt sich leicht fesseln und sich einen Maulkorb anlegen. Auch essen sie sein Fleisch und können die lebendig gefangenen theuer verkaufen.

Zur festgesetzten Zeit zog der Maure mit seinen Freunden der Oase Wad Nadir zu. Nach drei Tagen war sie erreicht