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und schon am vierten Tage sollte die Löwenjagd beginnen. Die Pferde dazu gab der Maure her, die besten und muthigsten arabischen Renner. —
Am frühen Morgen zog man aus, und auf geradem Wege der sumpfigen mit hohem Schilfgraö bewachsenen Gegend in der Nähe einer Karawanenstraße zu. Kaum waren die kühnen Jäger, unter denen sich auch jene zwei Offiziere befanden, zwei Stunden weit landeinwärts geritten, als die gut dressirten Hunde, die sie bei sich hatten, einen Löwen in dem Gestrüppe witterten, das der Maure als den gewöhnlichen Wohnort jenes Löwen bezeichnet hatte. Man ließ sie los und hielt sich auf den Angriff des Löwen bereit. Nach kurzer Zeit entstand ein furchtbares Hundcgcbell und mit einem noch furchtbareren Gebrüll stürzte der Löwe hervor. — Jean Dormil ritt furchtlos auf ihn zu, während sich der Maure mit seinen Begleitern etwas rückwärts zur Seite hielt. Jean Dormil zielte, schoß und verwundete den Löwen am Halse. Der Löwe fiel aber nicht, wie er gehofft hatte, sondern stürzte sich jetzt mit einem furchtbaren Satz plötzlich auf das sich vor Angst bäumende Pferd Dormils, packte es im Genick und riß es auf den Boden nieder. Jetzt half ihin nur die Gewandtheit, die er sich bei den Kunstreitern angeeignet hatte; pfeilschnell warf er sein Gewehr weg, sprang auf dem zusammengestürzten Pferde auf die Kniee, zog seinen Degen, faßte den Löwen an einem Schöpf der Mähne und durchbohrte ihn vom Halse aus, während die Hunde ihn zerbissen. Im nämlichen Augenblick ritt nun auch der Maure herbei und feuerte seine Pistole auf den Löwen ab, der jedoch bereits auf bett Hinterbeinen zusammenbrach. Denn der furchtbare Stich Dormils war ihm durchs Her; gedrungen. Staunend betrachteten die beiden Offiziere dieses kühne Wagestück ihres Sergeanten.
Aber es kostete sie viel Geld. — Sie hatten beide die Wette verloren. Wenige Minuten nachher lag der Löwe verendend auf dein Boden. Mit Jubel wurde der alte gefährliche Feind der Karawanenstraße von dem nachfolgenden Jagdtroß des Mauren auf ein Kamecl geladen und nach Wad Nir gebracht.
Wer war glücklicher als Jean Dormil? Nicht nur eine große Summe Geldes, sondern auch großen Ruhm als kühner Jäger erwarb ihm diese That.
Bald nachher wurde er als Offizier zu einem in Algier garnisonirenden Regiment versetzt.
Eines Abends traf er auf der Straße einen Bettler an. Als er ihn näher betrachtete, erkannte er seinen Vater in ihm und gab sich auch ihm zu erkennen. Mit lautem Weinen warf sich der arme kranke Mann an seine Brust.
„Aber ums Himmelswillen, wie kommt Ihr hiehcr?" fragte Jean, nachdem er sich vom ersten Erstaunen erholt hatte.
„Ich bin dir nachgereist und suchte dich vergebens schon seit zwei Monaten in dieser Stadt. Das Elend trieb mich von Marseille fort, ich konnte nur bei dir noch Hülfe suchen!"
„Gottlob, nun kann ich helfen!" rief Jean Dormil aus. „Kommt, Vater! Ihr sollt sehen, daß Euer Tangenichts auch
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