dankbar sein kann!" Mit diesen Worten führte er den entkräfteten Mann an seinem Arme fort in ein Gasthaus, wo er ihm fürs Erste ein Unterkommen verschaffte. Einige Tage nachher kaufte er ihm einen kleinen Laden, in dem er einen Handel treiben konnte, und von diesem Tage an war er versorgt!
III. Beten schadet niemals.
Der russische Graf Jelimow wohnte gewöhnlich im Sommer auf seinem herrlichen Landsitze im nördlichen Theile von Rußland. Auf einer flachen niedrigen Anhöhe lag von einem großartigen Park umgeben ein palastähnliches Herrenhaus. Zu seinen Füßen dehnte sich das große regelmäßig gebaute Dorf aus, in welchem seine tausend leibeigenen Bauern wohnten und handthierten und sich ihres Lebens freuten. Denn der Gras Jelimow war ein gütiger Herr, der Niemanden das Leben sauer machte.
Der Graf hatte zwei Söhne. Der Eine war vierundzwanzig Jahre alt, ein bildschöner junger Herr, der sich gewöhnlich in St. Petersburg aufhielt, wo er als Offizier diente. Er hieß Feodor. Der Andere, Namens Iwan, war erst zwölf Jahre alt und war immer bei Papa, auch auf dem Lande, denn er hatte einen eigenen Hofmeister, der ihn unterrichtete. Heute aber, es war ein schöner Herbsttag, lag Iwan im Bette, denn er war unpäßlich. Bor einigen Wochen nämlich war er in dem ungeheuer großen Walde umhergeschweift, der nicht weit vom Herrenhause lag und sich fast zehn Stunden weit ausdehnte. In diesem Walde hatte er sich ins Moos gelegt, weil er müde war, und war eingeschlafen. Auf einmal war er an einem furchtbaren Brummen erwacht. Als er aufsah, hatte er einen braunen Bären auf sich zutrottcln sehen. Er war zwar augenblicklich aufgesprungen und hatte die Flucht ergriffen, hatte sich aber nur dadurch noch retten können, daß er sich in einen breiten Strom warf, der diesen Wald durchstießt. Da Iwan ein guter Schwimmer war, so entkam er glücklich. Aber er hatte sich so erkältet, weil er sich erhitzt in den Strom gestürzt hatte, daß er das Fieber bekam. Seit jener Zeit lag er krank, war übrigens schon wieder fast ganz hergestellt; nur durfte er das Bett noch nicht verlassen. Papa hatte dieß durch Iwans Hofmeister, den er in Geschäften nach St. Petersburg schickte, dem Grafen Feodor melden lassen, und ihn eingeladen, auf die Bärenjagd zu kommen. Denn Papa wollte einmal eine ernstliche Bärenjagd anstellen, weil die Bären in jenem Walde sich zu sehr vermehrten, so daß man zuletzt im Parke des Herrenhauses, wo es viele Bienenkörbe gab, fast nicht mehr

