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sicher vor ihnen gewesen wäre. Namentlich wollte man anf jenen großen braunen Bären Jagd machen, der Iwans Leben bedroht hatte.
Der junge Graf Feodor war schon seit zwei Tagen auf Urlaub angekommen, morgen sollte die große Bärenjagd sein, und heute saß er an Iwans Bett und ließ sich von ihm sein Abentheuer mit dem braunen Bären erzählen.
„Wenn du nicht so ein flinker Junge wärest, Iwan, so wärst du damals nicht lebendig davon gekommen!" sagte eben Feodor. „Deine Lage war sehr gefährlich. Warum wagtest du dich auch so weit in den Wald hinein?"
„Warum?" antwortete Iwan. „Ei, ich dachte an gar keine Gefahr und schlenderte so in Gedanken fort; auch hatte ich nicht geglaubt, daß die Bären auch auf die Mcuschcnjagd ausgehen."
„Die schwarzen thun es freilich nicht leicht," antwortete Feodor, „wenn sie nicht sehr heißhungrig sind. Aber die braunen, die viel größer, stärker und grimmiger sind und unter die fleischfressenden Thiere gehören, sogar ein Rind und ein Pferd mit einem Schlage niederwerfen können. Sie sind auch von dem Schöpfer gut begabt zur Jagd, haben sehr scharfes Gesicht, sehr feines Gehör und einen Geruch, der fast den aller andern Thiere übertrifft, können schnell nicht nur anf der Ebene, sondern auch bergan laufen behend, wie die Katzen, anf Bäume klettern und sogar über das Wasser schwimme», was sie jedoch nur im größten Nothfall thun, sonst wärest du nicht entkommen; denn der Bär, der dich verfolgte, wird doch ein brauner gewesen sein?"
„Ja wohl war es ein brauner," antwortete Iwan, „und schon ziemlich fett, ein grimmiges Thier, ich hörte ihn sogar mit den Zähnen knirschen. — Was fressen denn eigentlich diese Bären?"
„Die braunen," sagte Feodor, „nähren sich von, Fleisch der Pferde, Rinder, Schafe, Hirsche, Rehe und sogar von Aas; aber Ameisen, Honig, Forellen, Erdbeeren, Kastanien und Weintrauben, wenn sie es bekommen können, sind ihre Licblingsspeise. Die schwarzen nähren sich fast allein von Wurzeln, Beeren, wildem Obst, reifem Getreide und von Fischen. Im Sommer ziehen sie aufwärts nach den Höhen, daher haben wir sie jetzt hier in der Nähe, im Herbste gehen sie den Früchten in den Thälern nach. Wenn die braunen Bären auf Thiere jagen, so lauern sie in einem Hinterhalte, packen sie rasch von hinten an, springen ihnen anf den Rücken, schlagen ihre Krallen tief ein und drücken sie so zu Boden, oder erwürgen sie!"
„Ich hörte schon oft," sagte Iwan weiter, „daß die Bären im Winter erstarren, wie die Mnrmelthicrc, und so den ganzen Winter wie todt daliegen?"
„Das ist unrichtig," bemerkte Feodor. „Sie erstarren im Winter nicht, schlafen auch nicht, aber sie überlassen sich allerdings einer ununterbrochenen Ruhe, ohne etwas zu verzehren. Sie graben sich dazu Höhlen oder Löcher, polstern sie mit Moos und Laub aus, legen sich darin nieder und saugen zum Zeitvertreib an ihren Tatzen."
„Da wären sie also gut zu jagen!" meinte Iwan.

