Der Scheik sprengte voran und auf den Panther mit geladener Pistole zu, während drei seiner Jagdgcnossen ihm folgten, um
mit ihren Lanzen und langen Flinten das wüthend daherstürzcnde Thier zu erlegen. Aber ehe sichs der Scheik versah, that der
Panther in seiner verzweifelten Lage einen furchtbaren Sprung gegen das Pferd des Scheik, sprang an ihm in die Höhe, krallte
sich an Brust und Hals des sich bäumenden Pferdes fest und war eben im Begriff, ihm die Gurgel mit seinen furchtbaren Zähnen zu
durchbeißen, als der Scheik, sich mit Mühe auf dem Pferde festhaltend, mit viel Muth und Geistesgegenwart seine Pistole an der
Nase des grimmigen Panthers anlegte und ihm eine Kugel in das dunkelblitzende Auge und durch das Gehirn jagte, so daß das Thier
in das Gestrüppe hinabstürzte. In demselben Augenblick aber stürzte ein zweiter Panther daher, um sich gleichfalls auf das Pferd des
Scheik s zu werfen. Sein neben ihm reitender Jagdgenosse aber legte eben seine lange Flinte auf ihn an, um ihm in den offenen
lechzenden Rachen einen tödtlichcn Schuß zu geben, während der dritte links vom Scheik mit seiner Lanze den ersten Panther durchbohrte. — Aber der Kabyle rechts fehlte, da sein Pferd in vollem Sprung war; der wüthende Panther war nicht getroffen, sondern
stürzte auf den Scheik los. Dieser jedoch saß jetzt nicht mehr zu Pferde. Der Panther hatte bereits einen tödtlichcn Biß in die Kehle
des armen Pferdes gethan. Dieses war zusammengebrochen und der Scheik lag im Gestrüppe, als der zweite Panther auf ihn zustürzte. Nur dem Muth und der Entschlossenheit seiner drei Freunde und ihrer vereinten Kraft gelang es, das grimmige Thier zu erlegen, das bereits den Scheik an der Schulter gefaßt und seine Zähne tief in sein Fleisch eingcbisscn hatte, so daß er aus mehreren Wunden blutete.
Das gefallene Pferd lebte zwar noch, aber es wollte sich nicht vom Boden erheben; alle angewendete Mühe war vergeblich. Das Blut floß stark aus der tiefen, tiefen Wunde. Man beschloß daher, es liegen zu lassen. Den Scheik trugen die herbeigerufenen Treiber in das Dickicht, um ihm seine Wunden zu verbinden.
„Das ist El Ramans Fluch!" seufzte der Scheik, tief erschüttert. „Reitet schnell nach dem Dorfe und sagt ihm: wenn er
seine Abdalah noch einmal sehen wolle, soll er hieher eilen. Rettet er das Pferd, so soll es wieder sein eigen sein! Bringt mich
Heini; ich vermag nicht mehr zu reiten."
Einer der Jagdgcnossen ritt nach dem Dorfe. Die andern und die Treiber machten aus hölzernen Stangen eine Sänfte, auf welcher sie den Scheik heimtrugen. Einige andere trugen auf gleiche Weise die erlegten Panther fort.
Zwei Stunden nachher war El Raman mit ein paar Freunden auf der Stelle. Er verband seiner geliebten Abdalah, die noch lebte, ihre furchtbare Wunde, nachdem er heilenden Balsam darauf gegossen hatte.
Bald darauf ließ Abdalah, ihren alten Herrn wieder erkennend, sich aufrichten, ließ sich von ihm weiter führen und gelangte, wenn auch langsam und mühsam, doch glücklich in das Dorf zurück.
Gefährlich war Abdalahs Wunde gewesen, aber tödtlich war sie nicht. Der zärtlichen Sorgfalt El Ramans gelang es,
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