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den Baum, stürzte dann aber kurz vor der Mündung der Kanone zusammen. In seiner dicken Haut fand man viele Kugeln, die zum Theil tief ins Fleisch gedrungen waren. Eine derselben fand man sogar im Magen des Thieres.
Wie schwierig aber nicht nur, sondern wie gefährlich auch die Jagd des Nashorns werden kann, seht ihr hier auf dem Bilde.
Einer der verwegensten Jäger des Caplandeö, der weit und breit berühmt war, wohnte auf einer Pflanzung in der Nähe von Z wall end am am Fuße der schwarzen Berge. Er hieß William und lebte blos von der Jagd der wilden Thiere. Er war kürzlich in der Capstadt gewesen und hatte dort den Auftrag erhalten, ein recht großes schönes Rhinoceros-Horn anzuschaffen, für welches er einen hohen Preis erhalten werde. Es sei dasselbe für einen indischen Fürsten bestimmt und die Sache habe Eile. Die indischen Fürsten nämlich haben den Wahn, daß aus Rhinoceroshörnern gemachte Becher gegen Vergiftung schützen. Sie glauben, daß, wenn das Getränk vergiftet sei, das sich in einem solchen Becher befinde, es in eine heftige Gährung gerathe und gänzlich aus dem Becher herauslaufe. Jener indische Fürst lebte in Streit mit seinem eigenen Sohne und befürchtete Vergiftung. Er hatte deßhalb durch seinen Agenten in der Capstadt Auftrag für das größte und schönste Rhinoceroshorn gegeben, das zu bekommen sei. Eine solche Gelegenheit ließ William nicht unbenützt vorübergehen. Er ging also in die Wälder und Dickichte auf Kundschaft aus und entdeckte nach wenigen Tagen den Aufenthaltsort eines riesigen Nashorns.
Alsbald verband er sich nun mit seinen Jagdgenossen, einem nahewohnenden holländischen Pflanzer, der große Freude an der Jagd hatte, und mit dessen Sohn, und nahm einen der verwegensten Sklaven jenes Pflanzers und zwei jagdgeübte muthige Hottentotten mit sich, die schon mehr als einmal eine gefährliche Jagd mit ihm bestanden hatten. Es waren zwei riesige Männer. Er selbst ritt ein treffliches Pferd, das ihm der Pflanzer für diese Jagd zur Benützung abtrat.
Der Pflanzer und sein Sohn und der Sklave waren mit Gewehren bewaffnet, einer der Hottentotten trug ebenfalls ein Gewehr, der andere einen Streitkolben. Ueberdieß trug William noch ein scharfes zweischneidiges Faschinenmeffer bei sich.
Am bestimmten Tage zogen sie zur Jagd aus; es war Abends, gegen Sonnenuntergang. — Voraus gingen die beiden Hottentotten; ihnen folgte der Sohn des Pflanzers mit dem Sklaven. Den Schluß bildeten die beiden Reiter. Am Walde angekommen, stellte man sich in der Jagdreihe auf. William stand als der Vorderste und war entschlossen, das Rhinoceros zu Pferd mit einer scharfgeladenen Doppelbüchse zu empfangen, deren Kugeln er ihm durch die Augen ins Gehirn jagen wollte. Als Reserve stand ebenso bewaffnet der Pflanzer mit seinem Sohne hinter ihm, die das gleiche Ziel treffen sollten. Rechts und links die beiden Hottentotten, von denen der Eine nach dem Kopf des Thieres schießen, der Andere ihm den Schädel einschlagen sollte.
Der Sklave wurde hineingeschickt in den Wald, um das Rhinoceros zu reizen und dadurch vor den Wald herauszulocken.
Kaum hatten sie eine halbe Stunde gestanden, als der Sklave aus dem Walde herausstürzte und das Nashorn mit wüthendem

