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von der Gcmsenjagd zurück. Dieser horte auf einmal in seiner Nähe ein Kind schreien. Mit schnelle» Schritte» eilte er nach der Gegend hin; plötzlich fährt ein Lämmergeier aus in die Luft, und was sah er! Aus einem Felsen, am Rande eines Abgrundes, lag das Kind. Die kleinste Bewegung hätte es in den Abgrund, in dem ein wilder Bach rauschte, hinabstürzen müssen. Der Geier hatte das arme Kind bis jetzt nur am Arme verwundet und an der Hand, denn wahrscheinlich hatte er es am Arme fortgeschleppt. Doch hatte er ihm schon die Schuhe, die Strümpfe und das Hütchen abgerissen. Der gute Mann schoß zwar dem Lämmergeier in seinem Grimm eine

Kugel nach, aber er traf ihn nicht. Das Kind aber, das er gleich vom Abgrunde weggenommen und auf die Seite gesetzt hatte, das

noch ganz betäubt vom Schrecken und todesbleich war, nahm er auf den Arm und trug es deu Eltern zu, die er von Ferne jammern hörte und deren Leid nun in selige Freude verwandelt wurde. Siehst du, Bebi, so kann es gehen, und deßhalb darf man kleine Mädchen nicht mit auf die Almen nehmen!"

Aber ich bin ja nicht mehr so klein!" meinte Bebi.

Für einen Lämmergeier noch klein genug!" sagte die Mutter.

Ich will aber gewiß nicht schlafen!" versicherte Bebi.

Wenn der Lämmergeier hungrig ist, wartet er nicht bis du schläfst!" sagte die Mutter.Ein anderer Lämmergeier hat einmal, als drei Kinder vor einer Sennhütte mit einander spielten, doch das kleinste unter ihnen hinwcggenommen, und es wurde nur dadurch gerettet, daß ein Alpenjäger, der gerade auf dem Anstand war, den Räuber mit dem Kinde bemerkte, und es wagte, nach demselben zu schießen. Wie leicht hätte er das Kind treffen können! Aber er rief vorher den lieben Gott in seinen, Herzen an, und im Vertrauen auf ihn zielte er, und siehe da, er traf den Geier mitten durch das Herz."

' Die kleine Bebi schwieg eine Weile und besann sich; dann sagte sie:Ich weiß noch Etwas, liebe Mutter! Wir wollen den Nero, unsern großen Schafhund, mitnehmen, dann geschieht mir gewiß nichts!"

Ein Lämmergeier fürchtet auch einen Schafhnnd nicht!" antwortete die Mutter,und kurz und gut, du bleibst zu Hause!"

Nun fing die kleine eigensinnige Bebi zuerst still, dann immer lauter zu weinen und zu schreien an.

Endlich kam der Vater herein.

Was gibt es denn? Was hat denn die Kleine wieder zu flennen?" fragte er.

Die Mutter erzählte und Bebi weinte immer heftiger, und endlich sagte der Vater, der die kleine Bebi gar zu zärtlich liebte:

Nun, so laßt die Kleine mit! Ich begleite euch dann; drüben auf dem Rupertsfelsen geht ohnehin eine Gemse. Vielleicht thue ich heute noch einen guten Schuß; der Wind ist günstig zum Anstand."

Also durfte die kleine Bebi mit und nun war die Freude groß; denn die zwei Ziegen mit dem jungen Kitzlein nahmen die Mutter und Joseph« auch mit, und Bebi rief dem Nero, der so ein treuer Kamerad war. Und bald nachher zog die ganze