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von denen die großen krausen Schwanzfedern für die schönsten gehalten werden. Uebrigens kann er mit seinen kurzen Flügeln, die keine Schwungfedern haben, nicht fliegen, sondern nur bei seinem ungeheuer schnellen Gang sich nachhelfen. Der Strauß lebt in den unermeß­lichen Sandwüsten von Afrika, in Arabien und einigen andern Ländern Asiens. Er ist einsam, menschenscheu, unbändig,

eigensinnig und dumm. Laufen aber kann er, daß ihnJas beste Jagdpfcrd nicht leicht einholt. Man gebraucht ihn daher auch,

wenn er gezähmt ist, in Afrika zum Reiten. Aber da gilt es festsitzen! Nichts Possierlicheres als so ein langer hochbeiniger Strauß, ein Halsband um den Hals, mit dem kurzen Zügel, an welchem der Reiter sich hält, und eine Satteldecke über die Flügel, auf welcher er, frei ohne Steigbügel, sitzt! In Afrika zähmt man ihn daher und hält ihn, wie bei uns die Pfauen und Truthühner. In seinen Klauen hat er eine solche Kraft, daß er einem Menschen mit einem Schlage den Bauch aufschlitzen kann. Seine Nahrung besteht in

Pflanzen, Baumfrüchten, Gräsern, Körnern. Doch verschlingt er auch Kieselsteine und andere harte Gegenstände. Erst neulich fand

man in dem Magen eines in einer Menagerie getödteten Straußen Geldmünzen, Drahtstücke, Steine und sogar ein ganzes Taschenmesser, ohne daß das Alles dem Thiere an seiner Gesundheit geschadet hatte. Das Straußenei ist das größte Vogelei, denn es ist so groß als ein kleiner Kindskopf, und wiegt zwei bis drei Pfund; es ist hartschalig, weißgelb und fein getüpfelt. Das Weibchen legt deren zwölf, zwanzig bis dreißig Stücke in eine Vertiefung im Sande, bebrütet sie des Nachts, während sie am Tage die Sonnenhitze diesen Dienst thun läßt, und auch hierin mit dem Männchen abwechselt. Der Geschmack des Straußcncies ist vortrefflich; die harte Schaale gibt elegante Trinkgcsäße. Auch die Haut des Straußen kann man brauchen und verfertigt gutes Leder aus derselben. Eigenthümlich ist, daß daö Weibchen außer den Eiern, die sie bebrütet, in der Nähe ihres Nestes auch noch etwelche andere legt, damit die jungen Sträußchcn, wenn sie ausgebrütet sind, gleich etwas zu fressen haben. Sie selbst geht dann hin und hackt die Eier auf. Denn sonst würden die Jungen in der Sandwüste noch nichts auffinden. So sorgt der liebe Gott, der die Lilien auf dem Felde kleidet, auch für die Vögcl unter dem Himmel, und darum fällt auch kein Sperling todt vom Dache ohne seinen Willen.

Nun, also aus die Straußenjagd! Denn diese ist ganz eigenthümlich. Man schießt die Straußen nicht mit Gewehren, sondern man jagt sie so lange, bis sie ermüdet sind und eingeholt werden können, und schlägt sie dann mit Knitteln todt.

Nachdem der Scheik mehrere seiner Leute in die Wüste ausgeschickt hatte, um eine straußenreiche Gegend aufzusuchen und diese nach drei Tagen zurückgekehrt waren, wurde aus den folgenden Tag die Jagd festgesetzt. Selbst die Gcneralin und ihre Tochter wollten dabei sein, um es mit anzusehen, da diese Jagd ja nicht sonderlich gefährlich ist, obgleich sich auch die Straußen wehren.

Der General mit seinen Lenken und der Scheik mit seinen Dienern bildeten eine Jagdgesellschaft von ungefähr zwanzig Personen, wao gar nicht viel war. Denn wenn man Straußenjagd hält, so beginnt man immer damit, daß man die Gegend, in welcher sie sich aufhalten, kreisförmig umzingelt, zu gleicher Zeit schnell gegen den Mittelpunkt reitet und so einen immer engern Kreis um sie schließt, damit sie nach keiner Seite hin entrinnen können. Dazu aber gehören viele Leute. So richtete es auch der Scheik ein. Nachdem der