53
Kreis gebildet war, schoß der Scheit selbst als Signal des Anfangs eine Pistole ab, deren Knall die Jäger alle hören konnten, llnb nun begannen sie Alle anf ihren schnellfüßigen Pferden hcrbeizurciten gegen die kleine Oase hin, auf welcher die Straußen sich aufhielten. Es waren deren drei Paare. Anfangs achteten die Straußen nicht viel darauf; als sie aber die Reiter von allen Seiten daherstürmen sahen, wurden sie unruhig. Als die Reiter näher kamen, ergriffen die dummen Vogel Steine und schleuderten sie nach denselben, was ganz vergeblich war. Endlich aber ergriffen sie die Flucht, natürlich immer im Kreise herum um die Oase, denn wohin sie sich wendeten, sprengte ein Reiter mit einem Knittel daher. Von Zeit zu Zeit standen sie wieder hin und steckten die Köpfe in den Sand. Aber auch das half nicht. Die Reiter kamen immer näher. Jetzt suchten sie endlich auf einer Seite Reißaus zu nehmen. Unglücklicher Weise geschah dieß gerade auf der Seite, auf welcher sich die beiden Damen und ein paar unerfahrene Diener des Generals befanden. Einer der Straußen faßte einen Stein und schlenderte ihn der Tochter des Generals ins Gesicht mit solcher Gewalt, daß das Blut floß, während ein zweiter an einem Jokey des Generals in die Höhe sprang und ihm d«i rechten Arm mit seinem Fuße lahm schlug. Dadurch entstand eine Verwirrung und in Folge der Verwirrung eine Lücke, durch welche die Straußen entkamen. Nun galt es, ihnen nachzujagen, wenn nicht die ganze Jagd vergeblich fein sollte.
Der S ch e i k kommandirtc zum Nachjagen. Er und zwei seiner Freunde und drei Franzosen begannen nun die Parforcejagd, während die andern zurückblicken, und so ging es mit hochgeschwungenen Knitteln im sausenden Galopp fort und fort, die Straußen mit ausgebreiteten Flügeln voran, in Staubwolken gehüllt. Jeder der sechs Männer hatte sich einen Strauß zum Ziel genommen.
Einer der Freunde des Scheik, der das schnellste Pferd besaß, erreichte zuerst einen Strauß, den er durch einen tüchtigen Schlag auf den Hintcrkopf so betäubte, daß er niederstürzte. Dann sprang er augenblicklich vom Pferde und schlachtete ihn mit seinem Messer ab.
Der zweite Jäger, ein junger gewandter Franzose, hatte seinen Strauß bereits überholt und schlug ihn vom Pferde aus mit einem Schlag nieder.
Der Scheik selbst, war noch zurück. Schon hatte sein Pferd kaum mehr Athem genug, als er in der Nähe des von ihm verfolgten Straußen ankam. Noch einmal spornte er es wüthend und nun erreichte das Pferd in furchtbaren Sätzen endlich den Strauß, den der Scheik augenblicklich niederschlug und der ihn fast sein Pferd gekostet hätte, das mit lechzender Zunge und schleepaukend dastand, während er dem Straußen die Gurgel abschnitt. Dafür war dieser aber auch der größte unter allen und hatte die prachtvollsten Federn. Die drei klebrigen jagten den andern Straußen nach; aber diese entkamen, denn sie hatten bereits einen zu großen Borsprung vor den Reitern.
Groß war die Freude, als der Scheik mit seinen Begleitern und dessen Diener mit den drei getödtetcn Straußen bei dem General und seiner Gemahlin ankamen. Die Tochter des Generals hatte sich indessen wieder erholt. Man setzte sich zusammen auf die Oase,

