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reiche Schärpe ab und schenkte sie ihr. Die Gräfin biß sich in die Lippen, Misia verzog höhnisch den Mund, und die ganze Gesellschaft ritt sehr wortkarg weiter. Indessen wußte Misia bald wieder Munterkeit hervorzurufen, so daß man gar nicht merkte, wie weit man geritten war, alö man endlich den See erreichte. Nur Peter Rietsch, dunkelroth, oder vielmehr dunkelgelb vor Erhitzung und Anstrengung, sank ermüdet inö Gras, sobald er für sein und seines Herrn Pferd gesorgt hatte. Blanche fand eS reizend am See und jubelte laut, als sie einen Nachen mit zwei Rudern am Ufer erblickte. Sie wollte gleich hineinspringen, allein Misia that sehr ängstlich und wollte eö nicht zugeben. Desto mehr beharrte die Gräfin auf ihrem Willen, winkte dem Ritter, und bald glitten Beide auf dem Wasser dahin. Der Ritter ruderte nur so weit, um am User nicht gehört zu werden, dann begann er verlegen: „Gnädigste Gräfin, erinnert Ihr Euch wohl noch Eures Bruders, des kleinen Bruno?" — Dao war nun viel verlangt, da Blanche zwei Jahr alt war, als er verloren ging, und in Wahrheit Hütte sie nein antworten können; allein in dem Bewußtsein ihrer eben nicht schwesterlichen Gesinnung erröthete sie und that, als habe sie diese Frage gar nicht gehört. Sie sah inö Wasser nieder und dort so wunderliche Dinge, daß sie laut ausrief: „O, seht doch, Ritter!" Der Ritter, durch die Li- lienknospe geschützt, sah nur ein buntes Gewimmel von Fi- schen, was ihn jetzt gar nicht interessirte, denn er dachte

