Eltern und verhcirathetcnsich; Lehnchen aber blieb dasselbe hübsche, kleine, achtjährige Mädchen, und spielte fröhlich mit den Kindern ihrer früheren Spielgefährten. Alle Jahre zweimal besuchte sie Wurzelmännchen, und kam nie ohne Geschenke und nützliche Rathschläge zurück. Auch half dao kleine Persönchen der Mutter recht verständig in der Wirth­schaft, so viel sie konnte, und spann im Winter emsig an einem niedlichen Spinnrädchen, waö Wurzelkönig ihr ge­schenkt hatte.

In einem sehr anhaltend strengen Winter erkrankten plötzlich beide Eltern, und wurden binnen acht Tagen ganz eben so alt und jämmerlich, als gewöhnlich fast neunzigjäh- rige Greise sind. Lehnchen pflegte sie äußerst austnerksam, und verbarg ihnen die auffallend große Veränderung, die mit ihnen vorging. Eines Morgens wollten sie gar nicht er­wachen, Lehnchen faß lautlos auf einem Scheu,elchen und wartete aus das erste Geräusch; da trat eine gute Nachbarin herein, die früher Lehnchenö liebste Spielgefährtin gewesen war, nun aber schon lange einen Mann und fünf Kinder hatte, deren Ernährung den beiden Leuten recht sauer wurde. Die gute Regina hatte ihr Lehnchen bei der Krankenpflege unterstützt; sie schlich jetzt zu den Betten, betrachtete Va­ter Franz und Mutter Martha genau sie waren todt! Wie traurig war Lehnchen! Regina verließ sie nicht, und sorgte für Alles, was nöthig war. Es verging eine Woche,