III
fthl, erwiederte Aesop; denn es gibt nichts bessers als die Zunge. Den Lag darauf gab Lanthus abcrmal eine Lafel, und nun bekam Aesop den Befehl, das Schlimmstc und Acrgste einzukaufen, was er auf dem Markte findcn wnrde. Aesop kauste abcrmal laukcr Zungen , und als ihn sein Hcrr darüber zur Rede stellte, war seine Antwort, dasi es auf der Welr nichts Schlim. mers und ârgcrs gebe, als die Zunge.
Der Philofoph hattc dem Aesop, der ihm durch seinen Witz so vicl Unterhallung machte, bflermalendie Frcyheit versprochen, hiclt aber^was seincr Philosophie epen nicht viel Ehre bringl) sein Worl nicht. Endlich ereignete sich eine Gelegenheit, wo Aesop durch den ein- helligcn Ausspruch des Volkes von Samos seine Frey- hcil erhicll. Sein Scharfsinn halte die Samier nicht nur von dem Tribut befreyt, den Krbsns, dcr Konig in Lydien von ihnen forderte, fondera er erwarb sich dadurch zuglcich die Freundschaft dieses Kânigsin einem so hohen Grade, dap Krofus bcy den Bürgern von Samos um den Aesop anhalten liesi.
Am Hofe dieses Konigs fing Aesop an seine Fa- bcln zu schreiben, und brachte sic dem Krostis zum Ge- scheuk. Dieser belohnte ihn kbniglich dafür, gab ihm den Litel einesAbgesandten, und schickte ihn nach Sa. mos, wo ihm die Bürger bffentliche Feste zu Ehrcn anstelltcn. Bald darauf ging er von Samos ab und durchreisete verschiedene Lânder, um Philosophe» auf- zusuchen, um mit ihnen zu disputiren, und kam bis Babylon, wo er durch seinen Scharfsinn die Gunst des Konigs Lykerus gewann.
Weil Aesop keine Kinder hatte, so nahm er einen gewiffen Enus an Kiudes-Statt an, der aber sehr un» dankbar an ihm handelte. Lykerus, der sich durch eine falsche Anklage des Enus tâuschen liesi, befahl den Aesop an der Stclle hinzurichten; sein Freund Hermippus aber retlcte ihm das Leben, indem er ihn in geheim in einem Grade verbarg. Bald darauf reute den Konig -as nbcrrilte Urtheil. Hermippus entdeckte ihm nun

