es aber in Nordholland, wo sie aus Angst vor einem Schmutzflecken keinen fremden Menschen in ihre Häuser einlassen. Von Saardam und Brook könnte ich allein ein ganzes Buch voll schreiben, so wie vvm Hafen und den vielen schönen Schiffen; aber der Papa kömmt eben und ermähnt mich kurz zu fassen, so will ich Dir denn nur in aller Kürze erzählen, daß wir einen Gottesdienst in der jüdischen Synagoge beigewohnt haben, wo irgend ein schlechter, gewiß ein ganz schlechter, gottloser Mensch unserm Theodor die Uhr aus der Tasche gestohlen hat. Wir waren sehr erschrocken darüber; Theodor konnte sich gar nicht wieder zufrieden geben und weinte laut, nicht allein wegen des Verlusts, sondern über die Möglichkeit, so ruchlos zu sein, einen Diebstahl in der Kirche zu begehen. Nachdem wir uns aber von unserm Entsetzen erholt, mußten wir doch Alle recht herzlich lachen, als Carl zu Theodor sagte: „lieber Mann! es ist keine Uhr!"
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Aber von Amsterdam wollte ich Dir ja erzählen, weiß nur nickt, wo ich anfangen und wo ich aufhören soll. Es ist hier zu Lände alles anders wie bei uns; erstlich versteht man die Leute nicht, oder doch nur selten, und dann gibt es fast nichts als Wasser wo man hinsieht Flüße, Canäle und Seen, dazu natürlich eine Menge Brücken, damit man zu einander kann. Nirgends braucht man aber auch mehr Wasser als in Holland, weil die Leute den ganzen Tag Thee trinken, und immer waschen, scheuern und putzen, die Häuser sogar von Ausscm abschwemmen. Noch ärger treiben sie

