<» Bewohner Amerika's. Die Eskimo's. Die KaralitS.

und feingespaltenen Robbensehnen gemacht sind, sind sie doch sehr sauber genähet. Auch die Verzierungen der Kleider zeugen von Geschmack.

Das weibliche Geschlecht trägt lange, das männliche zum Theil kurz geschnittene Haare, so wie auch ein Theil der Männer sich den Bart wach­sen läßt, während ein anderer ihn ausrottet. Wenn nahe Anverwandte sterben, schneiden sich die Frauenzimmer die Haare kurz ab. Durch Kinn, Backen, Hände und Füße ziehen sich beide Geschlechter schwarze Fäden, was sie für den schönsten Putz halten. Bei Frauenzimmern findet man zuweilen, daß sie sich tatowiren, was bei den Männern nie der Fall ist.

Was die Speisen betrifft, so kann man den Eskimo's nicht nachsagen, daß sie ekel seien. Alles was Fleisch heißt, gleichviel, ob gut erhalten oder faul, genießen sie. Wallroffe, Seehunde, Wallfische, Fische und Muscheln liefern die Hauptnahrung. In Nothzeiten werden selbst die eigenen, so nöthigen Hunde verzehrt. Von frisch geschlachteten Thieren ißt man ein kleines Stück Fleisch oder Speck roh, und trinkt von dem warmen Blute dazu; das Übrige verwahrt man im Schnee oder kocht es mit Seewaffer. An Statt des Brodes ißt man gedörrte Fische, besonders Häringe. Die Ge­därme der getödteten Thiere drückt man aus, und ißt sie auch. Es ist ein vielverbreiteter Irrthum, daß Grönlands Bewohner den Thran als Lieb­lingsgetränk genießen; sie trinken ihn nur als Arznei, und machen Angelika- Stängel in denselben ein. Gewöhnlich trinken sie klares Wasser, in wel­chem sie noch Eis oder Schnee aufzulösen pflegen. Branntwein, den sie von den landenden Schiffen erhalten, genießen sie überaus gern. Die Hauptmahlzeit genießt man am Abende, und ißt auf eben so unreinliche Weise, als man kocht. Die Männer essen zuerst und allein. Will der grönländische Wirth gegen einen europäischen Gast höflich sein, so leckt er das Fleisch, welches er ihm vorlegt oder in den Mund steckt, zuerst ab. Wenn Verrath vorhanden ist, gibt man so lange Gastmähler, bis derselbe aufgezehrt ist, und hungert dafür mehre Tage, wenn man nichts zu essen hat. Obgleich die Speisen der Europäer von den Eskimo's sehr gern ge­gessen werden, genießen sie doch kein Schweinefleisch. Taback rauchen und schnupfen sie stark.

Obgleich Vielweiberei gestattet ist, haben doch wenige mehre Weiber, und scheiden sich selten von denselben, obgleich man sich von der Frau, nach Belieben, trennen kann. Man hält es für eine Schande, keine Kinder, besonders keine Söhne zu haben.

Die Kinder wachsen ohne alle Zucht auf, wenn ihnen etwas nicht be­hagt, sagen sie gerade aus:ich will's nicht thun!" wobei die Ältern es