Bewohner Amerika's. Die Indianer. 4l
viersitziges Kanoe nöthig, kannst du mir eines machen? Das sollst du sehen, antwortete Maffotawana. Gleich den folgenden Tag machte er den Graben, der zur Form dienen sollte, ging in den Wald, Rinde von schwarzen Birken zum Überzüge zu holen, weiße Cedern zu den Brettern, Wassereschen zu den Rippen, Weiden zu den Räthen und Harz zum Verpichen. In einem halben Monate war das Kanoe fertig. Da, sprach er zu Tatobamiko, dieß hast du von mir verlangt; sieh zu, ob es dicht und gerade auf dem Wasser ist. Es ist trocken und gut gemacht, erwiederte Tatobamiko. Bist du zufrieden, fragte der junge Jäger. Roch nicht; diesen Abend sollte ich mit Fackeln fischen, aber in meiner Abwesenheit hat man die verbrannt, welche ich da gelassen hatte. Kannst du mir welche machen? Du sollst sehen. Bald darauf brachte er ihm sechs, von denen jede drei Fuß lang war. Hier sind noch Hirsch- und Büffelhäute; kannst du sie im Rauche bereiten und mit Hirn gärben? Das sollst du sehen; und einige Tage darauf brachte er sie ihm, sehr biegsam und gut zurecht gemacht. Kannst du mit Fackeln fischen? Das sollst du sehen, antwortete der junge Mann. Sie gingen zusammen, jeder fuhr in seinem Kanoe, und Maffotawana harpunirte eine große Menge Störe. Nach der Beendigung der Fischerei sprach Tatobamiko: Komm, wärme dich an meinem Feuer! Er ging mit. Stopfe deine Pfeife, wir wollen zusammen rauchen. — Ich sehe, fuhr der Greis fort, daß du ein behender, geduldiger, unermüdeter Jäger bist; daß du Kanoe's ausbessern und machen kannst; daß du mit dem Rehe, bei Fackeln, unter dem Eise, wie auf dem Wasser, bei Tag und bei Nacht, zu fischen verstehst. Man sagt, daß du schnell, und zu allen Leibesübungen aufgelegt, daß du ein eben so tapferer Krieger, als Jäger bist; daß du den Tod als den Weg ansiehst, der den Tapfern in das Land führt, das unsere Vorältern bewohnen; daß du bereit bist, dein Leben der Ehre unseres Volkes und unseres Stammes aufzuopfern; daß du selbst deinen Wigwam gebaut, daß du darin dein Feuer unterhältst; daß du den Kessel deines alten Vaters zu fülle» dich bemühst; daß du das Alter ehrst; daß du lieber zuhörst, als sprichst; und endlich, daß du das Feuerwasser (den Branntwein der Weißen) fürchtest. Da dem so ist, so bist du werth, Mann und Vater zu sein. Geh zu meiner Tochter Napotelima, wiederhole ihr» was ich so eben gesagt habe, singe ihr dein Kriegslied vor, und ist sie dann zufrieden, so mag sie dein Feuer anblasen. Sei glücklich mit ihr, und sie mit dir! Vergiß nie, was ein braver Mann den Weibern schuldig ist; ohne sie würden wir Bären und Wölfe auf Erden sein."
Trotz der scheinbare» Gleichgültigkeit, mit welcher ein Indianer, »ach

