40 Bewohner Amerika s. Die Indianer.

worüber folgende Erzählung eines mohank'schen Kriegers über diesen Ge­genstand das meiste Licht verbreitet, und welche mir, um zugleich eine Probe der indianischen Erzahlungsweise mit allen ihren Einzelnheiten auf­stellen zn können, hier nach dem Originale mittheilen:Massotawana, der Sohn des Wappanome, aus dem Dorfe Niskotowaffe, von der Nation Chickosaw, war ein Krieger und Jäger, der schon lange Proben seines Muthes und seiner Gcschicklichkeit abgelegt hatte. Er hatte sich eine schöne grosse Hütte erbaut, worin sein Feuer brannte und sein Kessel aufgemacht war. Er hatte Überfluß an Biber-, Büffel-, Fuchs- und Bärenfellen. Auf dem Fischfänge war er eben so glücklich, als auf der Jagd; im Kriege an Tapferkeit dem Ausgezeichnetsten unter uns gleich. Als er eines Tages sein Kanoe am User des FlnsseS Kaspetvwagan ausbesserte, erblickte er Napotelima, die Tochter des Tatobamiko, welche Wasser schöpfen wollte. Ein ganz neues Gefühl ergriff ihn; er ging zu ihr, und sprach: Wolltest du wohl mein Feuer anblasen? (heißt so viel als: willst du mein Weib werden.) Sprich mit meinem Vater, antwortete sie. Den andern Morgen besuchte er Tatobamiko bei seinem Feuer und sprach: Willst du mir wohl deine Tochter Napotelima zum Weibe geben? Morgen, antwortete der Greis, gehe ich auf eine ferne Jagd; willst du mich dahin begleiten? Ja, sprach Massotawana. Sie gingen ab. Da aber die Fahrt auf dem Flusse wegen der Strömungen und Wafferfälle sehr beschwerlich war, so musste man über die ersteren mit langen Stangen zu kommen suchen, und bei den letzteren das Kanoe auf den Schultern bis an stillere Wasser tragen. Auf dem be­stimmten Jagdreviere endlich nahm jeder seinen Distrikt vor sich. Maffv- tawana fing eine grosse Menge Hermeline in Schleifen, Wölfe in Grube», Biber unter dem Eise, Füchse in Schlingen und Hirsche auf dem Schnee. Nachdem er Felle und Fleisch geräuchert hatte, brachte er alles zur Hütte des Tatobamiko, der zu ihm sprach: Ei! ei! es freut mich sehr, zu sehen, dass du so behende und geschickt bist! Morgen gehe ich nach dem Dorfe; willst du mit mir zurückgehen? Ja, antwortete Massotawana. Sie reisten ab; aber indem sie den Fluß Nissotawa hinabführen, stieß das Kanoe auf einen Baumast, und ward leck. Massotawana lud es aus, trug es unter einen Baum, und brachte einen ganzen Tag mit der Ausbesserung zu, ohne dass Tatvbamiko seinen Mund aufthat, oder die Hand anlegte. Am andern Morgen brachte er es wieder in den Fluss, packte die Ladung ein, und be­suchte ihn bei seinem Feuer. Alles ist fertig, sobald du deine Pfeife aus­geraucht hast, kannst du einsteigen. Hier ist dein Ruder. Sie fuhren davon. Bei der Ankunft im Dorfe sprach Tatobamiko: Ich habe ein