Bewohner Amcnka's. Die Hinterwaldner. lu»

oft eine zahlreicke Familie, an deren bleichen Gesichtern man sieht, baß der stete Aufenthalt im dunkeln Walde sehr bedeutend auf die Farbe wirkt. Solche Waldleute führen ein hartes Nomadenleben, indem sie ihre Woh- »ungen von Zeit zu Zeit ändern. Diese Leute theilen das freie Umhertrei- ben mit dem Wilde, welches sie verfolgen. Feffellos verlassen sie sich blos auf ihre natürlichen Kräfte, und gleichen Pflanzen, welche nach Licht schmach­ten. Sie sind von großem Körperbaue, meistens schlank, dabei mager. Sie leben in kleinen Hütten, die sie aus unbehauenenBaumstämmen bauen, und die ohne Schornsteine sind. Ihre Bettstellen bestehen aus unbehauenen Stäm men, auf welche sie der Länge nach Bretter legen. Außerdem hat eine solche zahlreiche Buschmannsfamilie noch etwa einen Schemel und ein Paar Stühle; dazu kommt ein großer eiserner Topf; dann haben sie einige Körbe, eine Kugelbüchse, und vielleicht noch ein Paar andere alte Gewehre. Ihre Kleider bestehen aus Lumpen, zuweilen besitzen sie noch eine Geige, die sie häufig spielen, wenn sie zu Hause sind. Bei allen Unbequemlichkeiten und Entbehrungen sind sie eben so ausdauernd, als zügellos. Diese Nimrods suchen besonders solche Gegenden auf, wo es viele Bären und wilden Honig gibt, und beschäftigen sich mit Nichts lieber, als mit der Bärenjagd. Dabei sind sie nicht wild, sondern liebreich, ehrlich und freundlich. Nicht selten kommen auch gebildete Menschen, welche mit der Welt zerfallen sind, zu diesen einsamen Waldbewohnern, die ebenfalls, in den entferntesten Wild­nissen, als Waldbrüder leben. Solcher Jägerfamilien soll es mehre Tausend geben. Zwischen ihnen und den Bewohnern der östlichen Staaten siedeln sich oft Menschen aus Neuengland an, welche daselbst ihr Brod nicht finden, oder ihr Vermögen verloren, und nun in unangebauten Gegenden ein neues Leben beginnen. Diese Leute nähern sich in ihrer Lebensweise der der benachbarten Indianer, und der halbwilden Waldbewohner, und bringen ihre Zeit mit Jagd und Fischfang hin. Nimmt die Bevölkerung in der Nähe dieser Leute zu, so verlassen sie mit ihrer Familie ihre Wohnung, und ziehen einem andern dichten Walde zu. Ihre Anstedlung pflegen sie gewöhnlich an neue Ankömmlinge, mit beträchtlichem Gewinne, zu ver­kaufen. Diese Käufer, welche dann eine bessere Wirthschaft anfangen, sich ein ordentliches Balkenhaus mit Nebengebäuden bauen, ziehen größeren Vortheil aus ihrer Besitzung. Da sie aber die Wirthschaft häufig nicht verstehen, ihr Vieh schlecht füttern, weil es ihnen an Verrath fehlt, schlecht pflügen, und dadurch magere Ärnten erhalten, ziehen sie doch weit nicht die Vortheile, die ihnen bei zweckmäßigerem Wirthschaften werden könnten. Solche Ansiedler wollen eben so wenig, als die vorhin genannten