an welchem alle saugen. Iuweilen befestigen sie ein solches als Scheibe, nnd schießen mit ihren Pfeilen darnach. Bei solchen Gelegenheiten wird der Körper mit dem Milchsäfte einer Pflanze, oder mit dem Safte von verschiedenfarbigen Beeren bemalt.
Von der. Anbetung eines höchsten Wesens scheine» sie Nichts zu wissen, obgleich sie Zauberer unter sich haben, welche Todte herbeschwören, Krankheiten heilen, die zur Jagd günstigen Tage bestimmen, und die Gegenden, und die geeignetste Zeit zum Angreifen der Feinde bezeichnen. Es herrscht Vielweiberei unter ihnen, und eS kömmt öfter vor, daß ein Jn-
Bewohner Amerika s. Die Karvatos - und Koropvs-Jndianer. 133
selten reif werden. Wenn sie ihre Lebensmittel aufgezehrt haben, gehen sie zu ihren Nachbarn, und verlangen, ohne Weiteres, zu esse». Gute Randbauer werden sie schwerlich jemals werden, da sie die Arbeit scheuen, und der Jagd und dem Kriege so leidenschaftlich ergeben sind. Sie ertragen spielend jedes Ungemach, und bewegen sich durch die undurchdringlichen Wälder mit einer Gewandtheit, welche die kultivirten Menschen nie erreichen werden.
Vollkommene Gleichheit besteht unter ihnen, und was sie haben, ist gemeinschaftliches Eigenthum. Gerathen sie in Streit, so hat der Stärkere Recht. Wohnen viele Familien bei einander, so stehen sie gewöhnlich unter einem Ältesten. Dann bauen sie ihre Hütten gemeinschaftlich, legen alle Hand a» die Bebauung des wenigen Feldes, welches sie bestellen, ziehen alle mit einander auf die Jagd, und genießen die Früchte ihrer Arbeit gemeinschaftlich. Nur wenn sie von ihren Feinden angegriffen werden, vereinigt sich ein ganzer Volksstamm. Jede Familie besitzt ein Ochsenhorn. und wenn dieses erschallt, versammeln sie sich auf einer Stelle. Der Muthigste wird für die Dauer des Kampfes zum Führer gewählt. Die Siegesfeste werden durch Tanz gefeiert, und man berauscht sich dann in dem aus Mais bereiteten geistigen Getränke. Bei solcher Gelegenheit geht ein Arm oder ein anderes Glied ihrer erschlagenen Feinde in die Runde,
dier Vater und Schwager eines andern ist. Bei den Heirathen sind weder religiöse, noch weltliche Gebräuche nöthig. Sie gehorchen, wie die unvernünftigen Thiere, nur den Naturtrieben. Eheliche Treue kennen sie nicht, verlassen sich eben so ohne Umstände» wie sie sich vereinigten. Doch sind die Männer sehr eifersüchtig, und rächen sich grausam an ihren Weibern, wenn sie dieselben untreu finden.
Die Weiber haben alle Arbeit zu besorgen, müssen nicht nur die Speisen bereiten und den Boden bearbeiten, sonder» auch ihren Männern auf der Jagd folgen, damit sie das erlegte Wild nach Hanse tragen. Sie

