er einem kupserrvth zu sein, obgleich seine Hautfarbe doch der eines hellfarbigen Mulatten beinahe gleich ist. Das ist natürlich, daß ein Mensch roth gebrannt werden muß, wenn er vom Tage seiner Geburt an immerwährend den Sonnenstraleu ausgesetzt ist. Dazu kommt noch, wie schon oben bemerkt, das Einreihen des Körpers.
Alle diese Wilden, ohne Ausnahme, haben glänzende, sehr dichte dunkelschwarze Haare, die so hart und steif sind, daß sie immer vorn Kopfe abstehen. Während Einige die Haare laug wachsen lassen, schneiden Andere sie so ab, wie die Ordensgeistlichen mancher Klöster sie tragen. Die Haare an andern Theilen des Körpers reißen Einige gänzlich aus, Andere lassen sie natürlich wachsen. Alle Männer haben durchgängig wenig Bart. Die Gewohnheit, den Körper zn tättowiren, welche man besonders auf den Inseln Australiens, und hin und wieder auch in Afrika und Amerika findet, kennen die hiesigen Völkerschaften nicht. Manche Weiber ziehen an einigen Stellen des Körpers gefärbte Fäden durch die Haut; Alle aber bemalen sich mit verschiedenen Figuren, wenn sie sich zu Festen schmücken wollen. Außer dieser Malerei bemerkt man keine Spuren von Lurus, und die Eitelkeit der Weiber hat hier noch keinen Putz erfunden. Bei einigen Stämmen ist es Sitte, daß die Mägdchen ihre Füße zwischen den Knieen und Waden unterbinde», wodurch dieser Körpertheil sehr dünn bleibt, während die
Bewohner Amerikas. Die Kvrvatvs- und Kvrvpvö-Jiidianer. 135
Federn aus,und erneuern dieses Grabmahl alle Jahre. Sie glauben, daß der Todte, wenn er nicht beerdigt würde, nach feinem Tode wiederkommen, ihre Jagd stören, und sie bei allen Gelegenheiten »ecken werde; deshalb erweisen sie ihm diese Ehre, die ihm sonst schwerlich wiederfahren dürfte.
Die einzelnen Völkerschaften von den Ureinwohnern, welcbe in Minas- Gereas leben, unterscheiden sich, ngch Gestalt und Gesichtsbildung, wenig von einander. Alle sind mittler Größe, und haben muskulöse Scüultern und Arme, dagegen in der Regel dünne Beine. Bei beiden Geschlechtern ist das Hintertheil auffallend klein, und wird vom Becken aus immer schmäler. Die Weiber sind sehr klein, und man kann fast nicht begreifen, wie es möglich ist, daß sie so große Beschwerden zu ertragen vermögen.
Die Gesichter dieser Völkerschaften haben noch manches Ähnliche mir der mongolischen Raffe. Die Augen liegen fast eben so, nur sind sie etwas offener. Der Kopf ist rund, die Backenknochen stehen vorwärts, die etwas breite Nase ist eingedrückt. Bei manchen Bolksstämmen liegt etwas Gutmüthiges im Gesichte, bei andern findet man finstere Schwermuth; alle aber zeichnen sich durch eine unerschütterliche Ernsthaftigkeit aus.
Wenn man zum ersten Male einen brasilischen Wilden steht, scheint

