190 Bewohner Europa's. Die Spanier.

vergeben sie ihrer Wurde nichts, und obgleich fle dieselben nicht aufsuchen, befinden sie sich in Gesellschaft derselben keineswegs verlegen. Die geistige Bildung, nicht die äußere Stellung, trennt die Spanier.

Nahrungsmittel.

Da die Spanier sehr mäßig sind, und höchst einfach leben, geben sie nicht viel auf die edle Kochkunst. Eine volksthümliche Speise der Spanier, welche man eben so gut auf den Tafeln der Reichen und Vornehmen, als auf dem Tische des Niedern findet, ist der Puchero. Dieser besteht aus einem Gemische von Rind- oder Schaffleisch, Speck, Erbsen (garavanro«), Kartoffeln, gelben Rüben, Kohl, Reiß, Zwiebeln und Knoblauch. Arme Leute nehmen an Statt des Fleisches und Speckes nur Öl. Diese ganze Masse wird am Kohlenfeuer gekocht, und wenn sie bald gar ist, thut man spanischen Pfeffer und Selleri dazu. Die Brühe ißt man mit Semmel- schnitten zuerst als Suppe, und das llebrige als Zuspeise. In die Suppe thun Wohlhabende noch spanische Knackwürste (Chorios) und Tauben. Außer dem Puchero pflegen die Spanier keine andern Fleischspeisen zu essen. An den Fasttagen, an welchen man kein Fleisch essen darf, backt man Eier­kuchen in Öl, ißt Eier, und Zwiebelsuppen mit Öl und Stockfisch; Mehl­speisen und Backwerk genießt man wenig. Eine kühlende Fastenspeise des Sommers ist der Gazpacho, welcher aus Gurken, Brodkrumen, Pimiento, Knoblauch, Essig, Ol und Wasser besteht. Da Butter in Spanien selten ist, schmälzt man die Speisen mit Öl, und kocht auch damit. Die mit Öl gekochten Speisen finden den Beifall der Fremden selten, während man das gute Öl gerne kalt am Salate genießt. Nur bei Reichen und üppiger lebenden Leuten findet man, außer Suppe, Fleisch und Gemüse, auch Bra­ten. Das gemeine Volk auf dem Lande ißt ein Stück Brod, und süße, spanische Zwiebeln, Knoblauch und Rettig dazu, und ist mit solchem gerin­gen Mahle den ganzen Tag wohl zufrieden.

Köstlicher, als der Puchero, ist die Olla potrida, zu welcher man alle Arten von Fleisch klein schneidet, und, mit Wurzeln und Kräutern vermischt, zusammenkocht, so daß man eine Art Pastete erhält. Der Gui- sado wird aus Geflügel, oder Wildbrät, mit Zwiebeln, Liebesapfeln und Knoblauch bereitet. Vornehme und Reiche führen französische Küche; doch dürfen die Gerichte des Volkes selbst an großen Tafeln nicht fehlen. So viel, als Engländer und Deutsche, wenden die Spanier auf ihre Mahl­zeiten nicht. Bei ihren Speisen wird viel auf starke Gewürze gehalten, und Pfeffer und Safran dürfen an keiner Speise fehlen. Das liebste