Pewohner Valizrens.

Die Galegos, oder Galizier, sind von großem, starkem Körperbaue, kühn, herzhaft, an Entbehrungen gewöhnt, gute Krieger, aber von düsterem Wesen; sie sind arbeitsam, treu, ehrlich und mäßig, und lieben ihre Hei­mat überaus, obgleich sie daselbst, bei der größten Einfachheit, im Elende leben, weil Grund und Boden der Kirche und dem Adel gehören. Wie es auch anderswo bei Gebirgsbewohnern der Fall ist, ziehen Galiziens Bewoh­ner, welche in der Heimat ihr Brod nicht haben, in andere Gegenden Spaniens und Portugals, um daselbst bei der Ärnte zu helfen, oder durch andere schwere Arbeiten ihr Dasein zu fristen.

In der Gegend von St. Jago bi Compostella tragen die Frauen­zimmer gelbe Röcke, und hochrothc Busenschleier.

222 Bewohner Europas. Bewohner Galiziens.

durch die gestickte Mantilla verhüllt. Hals und Brust sind mit Halsketten, Korallenschnüren, oder Schnüren von Bernsteinkngeln geziert. Der untere Theil der Hemdärmel ist mit buntfarbiger Seide oder Wolle gestickt, und es haben dieselben breite Handkrausen. Die Basquina ist mit bunten Streifen eingefaßt. Ärmere Landleute kleiden sich einfacher, haben dunkel­braune Jacken, welche oben ausgeschnitten und mit bunten Bändern ein­gefaßt sind, und unter welchen die hellrvthen Westen, und die, oben in Falten gelegten, Hemden hervorsehen. Die Binde um den Unterleib ist von Heller Farbe. Die braunen Hosen sind von Tuch, und reichen bis auf die Mitte des Schenkels. Die Strümpfe sind von gleicher Farbe und aus gleichem Zeuge. Den Kopf bedeckt der große Sombrero, und von der Schul­ter hängt die Capa nachläßig herab.

Die Dienstmägdchen in Salamanca tragen sich braun, haben geschmack­voll gestickte Mantillen und kurze Schürzen mit farbigen Bändern. Die Leibchen sind eng anliegend, und mit Bändern eingefaßt.

Die Personen, welche bei den höheren Gerichtshöfen angestellt sind, tragen einen weißen, eng gefalteten Kragen (Golilla) um den Hals.