Bewohner Europa's. Bewohner der Insel Mallorca. 223 Dewohner -er Insel Mallorca.
Mallorca's Bewohner haben mit denen Kataloniens viele Ähnlichkeit, flnd aber durch einen minder starken Körperbau von denselben verschieden. Sie sind von mittler Größe, regelmäßig gewachsen, mager, haben vlivensarbige Haut, und eine gute Gesichtsbildung. Das weibliche Geschlecht bat volle Körperforme», dunkle Haare und schwarze Augen, ist liebenswürdig, aber eben nicht schön, verheirathet sich im dreizehnten oder vierzehnten Jahre, verblüht aber sehr schnell. Brav, bieder und gastfrei, arbeitsam, von sanftem, gutem Gemüthe sind die Söhne dieses Eilandes; muthig, ihrem Vaterlande ergeben, ohne Übertreibung fromm, sehr abergläubig, eitel und gewinnsüchtig, Freunde von Gesang und Tanz, sind sie mit den Kastagnetten sogleich bei der Hand, um die Bewegungen des Fandango im Takte zu begleiten. Die Sprache der Gebildeten ist die kastilische Mundart des Spanischen, die gewöhnliche Volkssprache besteht aus einem Gemische von allen Sprachen der Völker, welche einst im Besitze dieser Insel waren, und ist der katalonischen Sprache nahe verwandt. Die Männer in den Städten tragen sich auf französische Weise, einige haben aber, der großen Hitze ungeachtet, doch einen Mantel. Die Damen haben spanische Tracht, und bei älteren Frauen findet man, außer dem Fächer, auch einen Rosenkranz. Auf dem Lande hat die Tracht der Männer Ähnlichkeit mit einigen griechischen Trachten. Auch bei den Reichen findet man weite, faltige, bis an das Knie reichende Hosen, kleine Westen und einen großen Hut. Arme Leute tragen Leinwandhvsen, und ein Ziegenfell über den Schultern. Die Löcher des Felles, an deren Stelle früher die Vvrderfüße saßen, dienen als Armlöcher, und der Schwanz des Zieqenfelles hängt über den Rücken herab. Der Kopfputz des weiblichen Geschlechtes ist einfach, und besteht aus einem doppelten Ronnen-Brustschleier (lieborillo), welcher Kopf und Kinn verhüllt, das Gesicht sehen läßt, und auf den halben Rücken über die Schultern herabfällt. Der größte Theil des Grundeigenthums ist in den Händen des reichen Adels, welcher zum Theil sehr stolz auf seine Herkunft ist. Die Nachkommen der Juden, welche im Jahre i43v zum Kristenthum bekehrt worden sind, können ihre Abstammung noch nicht ganz verleugnen. In Palma wohnen sie in einem eigenen Stadltheile, und kommen mit den andern Bewohnern, von welchen sie nicht viel höher als Thiere gehalten werden, höchst selten zusammen, so daß sie den Spitznamen Nachteulen (Chouettes) erhalten haben. Sie befinden sich in einigem Wohlstände, sind

