•290 Bewohner Europa's. Die Albaner.
zeigen. Sie selbst nennen sich Schüpetars, und werden nach vier abweichenden Mundarten unterschieden. Diese Mundarten sind: die Gue- garia, die Toxaria, die Japuria und die Schamuria.
Die Guegaria-Zunge dehnt sich von der Gränze von Kattaro und dem Montenegro bis an die Gränze von Herzegowina und südwärts bis an Dendrin aus. Hiervon sind einzelne Unterabtheilungen: die Zvgs (d. h. die kleinen Vogel), die Wurden, die Schiskans, in der Nachbarschaft des See's Zenta, die Bardi, die Kutschioti (Vogelfänger), die Lespo- roschen (Hasenesser), die Musselims, die Bukmirs (Gutbrodesser), die Darben (Nachkommen der Dardanier), die Drivasten, welche ein raizi» scher Räuberhaufen sind, die Gruemirs (Leute mit schönen Frauen), welche alle im Zadrina, d. h. im Gebiete von Skutari und um den See Labiatis herum wohnen. Ferner gehören hierzu diePullati, dieSchoti, die Mvgulen, die Kastrioti, die Siwans, die Paskuli, welche von den Türken Kolbans, oder Hirten genannt werden, die Skodrans, die Panani, die Kolastinier und Klementiner, die westlich und nördlich gegen die Gränzen von Bosnien und Serbien wohnen. Zur zweiten Abtheilung der Guegaria gehören die Mirditen, welche in großer Zahl in der Gegend von Akhissar wohnen, die Latschi, gegen den See von Ochri, die Sumagni, und die Greschi.
Die zweite Mundart der Albanesen, die Toxaria, beginnt am südlichen Abhänge der Gebirge, und erstreckt sich gegen daS adriatische Meer bin. Berat, von den Türken Arnaut-Belgrad genannt, ist ihr Hauptort.
Die Japuria wird in den Sandschaken von BeratundDelvino gesprochen, und die Schamuria begreift die Massarakier, die Aidoniten, die Sulioten und die Parginoten.
In den ebenen Gegenden haben die meisten Bewohner nach der Eroberung durch die Türken den Glauben Mahomeds angenommen, die Mirditen aber blieben der kristlichen Religion treu. Viele Schüpetars flohen in die Gebirge und auf die Inseln des ägäischen Meeres.
Die Stämme der Guegen zeichnen sich durch großen athletischen Körperbau aus, sind von starkem Wüchse, und voll Gesundheit) sie haben regelmäßige Nasen, schwarze Augen, starken Bart, und übertreffe» die anderen Stämme an Wildheit. Da sie stets ein Hirten- und Kriögerleben führen, sind sie meist unter freiem Himmel, sehen daher dunkelbraun aus, wie die Griechen, sind aber muskelkräftiger, haben festeres Fleisch und stärkere Knochen als diese. Sie sind gewöhnlich s'/e Fuß groß, haben rothe Kleidung und blanke Waffen, uud tragen dicke Knebelbärte, wodurch ihre

